Anja Wicker hat bei den Paralympics in Italien Silber im Biathlon-Einzelrennen geholt und Gold nur um 12,8 Sekunden verpasst. Teamkollegen Marco Maier und Johanna Recktenwald sicherten sich jeweils Bronze. Es war ein erfolgreicher Tag für das deutsche Para-Biathlon-Team.
Bei den Paralympischen Spielen in Italien hat die deutsche Biathletin Anja Wicker im Einzelrennen der stehenden Klasse Silber errungen. Die 34-jährige Stuttgarterin, die an einer Fehlbildung der unteren Wirbelsäule leidet, verpasste den Sieg der Südkoreanerin Yunji Kim um 12,8 Sekunden. Bronze ging an die US-Amerikanerin Kendall Gretsch. Wicker hatte in vier Schießeinlagen einen Fehler, der zu einer Strafminute führte. Am Vortag hatte sie bereits Bronze im Sprint gewonnen. „Einen Einzelwettkampf will man nicht mit einem Fehler beginnen. Aber ich bin super stolz, dass ich die 19 danach getroffen habe und es läuferisch so super ging heute auf der Runde“, sagte Wicker nach dem Rennen. „Es hat vom ersten Meter an Spaß gemacht und es freut mich, dass es so eng ist und ich um Silber mitlaufen konnte.“ Dies ist ihre fünfte paralympische Medaille nach Gold und Silber 2014 in Sotschi sowie Bronze 2020 in Peking.
Die 54-jährige Teamkollegin Andrea Eskau blieb schießfehlerfrei, wurde aber wegen einer nicht ordnungsgemäßen Wende disqualifiziert.
Später holte Marco Maier, 26 Jahre alt und mit verkürzten Fingern an der linken Hand, seine zweite Bronzemedaille in der stehenden Klasse. Mit einem Schießfehler belegte er den dritten Platz hinter dem chinesischen Goldgewinner Jiayun Cai und dem kanadischen Silbermedaillengewinner Mark Arendz.
In der Klasse der sehbehinderten Frauen gewann Johanna Recktenwald mit Guide Emily Weiss Bronze ohne Schießfehler. Gold ging an Yue Wang aus China, Silber an Simona Bubenickova aus Tschechien. Leonie Walter landete nach zwei Fehlern auf Platz fünf, Linn Kazmaier mit einem Fehler auf sechs.