Starke Regenfälle in Juiz de Fora, Minas Gerais, forderten mindestens 41 Todesopfer und 17 Vermisste sowie Tausende Obdachlose. Die Stadt hat den Katastrophenfall erklärt und erhält Unterstützung vom brasilianischen Heer. Anwohner bemängeln fehlende Ausbildung für Notfälle, während Schulschutzbereiche betroffene Familien aufnehmen.
Juiz de Fora in der Zona da Mata-Region von Minas Gerais kämpft mit den verheerenden Folgen intensiver Regenfälle, die am Montag (23. Februar) begannen. Bis Mittwochabend (25. Februar) verursachten die Stürme 41 bestätigte Todesfälle in der Stadt, sechs weitere in der benachbarten Stadt Ubá und 17 Vermisste, laut Daten des Zivilschutzes. Die Stadtverwaltung meldet über 3.500 obdachlose oder vertriebene Personen mit improvisierten Unterkünften in Schulen wie Professor Paulo Sérgio und Nilo Camilo Ayupe. nnDienstag (24. Februar) erklärte Bürgermeisterin Margarida Salomão (PT) den Katastrophenfall, der noch am selben Tag vom Bundesstaat genehmigt wurde, um Ressourcen zu beschleunigen. Donnerstag (26. Februar) kommen zehn Lkw und 100 Soldaten des brasilianischen Heeres zur Hilfe bei der Schadensbegrenzung. Salomão betonte: „Unsere Priorität ist unzweifelhaft, Leben zu retten. Wir arbeiten unermüdlich, um weitere Verluste zu verhindern, Vermisste zu finden und Familien zu unterstützen.“ nnBewohner wie Juliana Cristina de Souza, 42, Hausfrau aus dem Esplanada-Viertel, ließen Dokumente und Haustiere zurück, als sie verurteilte Häuser verließen. „Wir hatten nie eine Ausbildung und es gibt keine Sirenenalarme. Wir bekamen die Warnung auf unseren Handys, eine allgemeine Warnung, aber wir hätten nicht gedacht, dass unser Gebiet betroffen sein könnte“, berichtete sie. Tatiane do Carmo, Schulleiterin, die einen Unterkunftsort mit 47 Personen betreut, bemerkte: „Wir haben nie eine Ausbildung erhalten und hätten nicht gedacht, dass es nötig wäre.“ nnMittwochabend wurde der Keller des Krankenhauses de Pronto Socorro überschwemmt, aber das Personal wurde rechtzeitig evakuiert und die Dienste aufrechterhalten. Überschwemmungen halten in Vierteln wie Ipiranga und Santa Efigênia an, der Rio Paraibuna erreichte 4 Meter Höhe. Experten wie der Geologe Geraldo César Rocha von der UFJF weisen darauf hin, dass Erdrutsche wie am Morro do Cristo durch Ingenieursmaßnahmen hätten verhindert werden können. Die Stadt erhielt in diesem Jahr 11 Warnungen des Zivilschutzes, aber der Notfallplan konzentriert sich mehr auf Maßnahmen nach der Katastrophe als auf präventive Hinweise für die Bevölkerung. nnSolidarität ist in den Unterkünften beeindruckend, Spenden kommen schnell an, doch soziale Unterschiede bestehen: In Mittelklassevierteln wie Paineiras ziehen Familien bei Verwandten ein statt öffentliche Unterkünfte zu nutzen.