Die Stadt Ajaccio wird ihr Seilbahnprojekt 'Angelo' am 18. Oktober einweihen, trotz starker Kritik von Gegnern. Vom Bürgermeister Stéphane Sbraggia als Alternative zum Autofahren beworben, soll das 2019 gestartete Projekt den Verkehr in den schnell wachsenden östlichen Vierteln entlasten. Es fällt in eine angespannte Kommunalwahlkampagne.
Die Seilbahn von Ajaccio, benannt 'Angelo', steht kurz vor dem Startbetrieb nach Monaten hitziger Kritik. Dieses Verkehrsmittel, das bereits in Städten wie Toulouse und Brest im Einsatz ist, verbindet die Randbezirke Mezzavia und Saint-Joseph über eine 3-Kilometer-Strecke mit einem Höhenunterschied von 54 Metern.
Vom Bürgermeister Stéphane Sbraggia (Horizons) und Präsidenten der Gemeinschaft Ajaccio Pays (CAPA) gefördert, wurde das Projekt 2019 von seinem Vorgänger, dem Abgeordneten Laurent Marcangeli, initiiert, der damals sein Stellvertreter war. In einer Stadt mit 75.000 Einwohnern, in die morgens 60.000 Fahrzeuge aus dem Osten strömen, betont Sbraggia ihre Rolle als 'Alternative zum Auto'. Eine CAPA-Studie zeigt, dass 75 % der Strecken unter 3 Kilometern mit dem Auto zurückgelegt werden, ein dominantes Verhalten in dieser Stadt, wo es 'den Platz der Religion einnimmt'.
"Es ist eine gesellschaftliche Wahl für sanfte, nachhaltige Mobilität", hat Sbraggia betont. Die Seilbahn zielt auf den östlichen Sektor von Ajaccio ab, der in den letzten fünf Jahren ein rapides demografisches und wirtschaftliches Wachstum erlebt hat, einschließlich neuer Wohnungen, Unternehmen, eines Krankenhauses und einer Mittelschule. Die Einweihung am 18. Oktober findet vor dem Hintergrund einer umstrittenen Kommunalwahlkampagne statt, was die Kritik der Gegner an diesem kontroversen Projekt verstärkt.