Ein enger Freund des Sweden Democrats-Parteiführers Jimmie Åkesson hat jahrelang antisemitische Verschwörungstheorien und rassistische Aufrufe in rechtsextremen Foren verbreitet. Der Mann, Fredrik Bermar, nahm an Åkessons Junggesellenabschied und Hochzeit teil, doch die Freundschaft endete vor einem Jahr. Der Parteisekretär der Sozialdemokraten, Tobias Baudin, bezeichnet die Verbindung als widerwärtig und verknüpft sie mit der Parteikultur.
Laut einer Untersuchung von Expressen und Expo hat Fredrik Bermar, ein langjähriger Freund von Jimmie Åkesson, über tausend Beiträge in rechtsextremen Chat-Foren über drei Jahre gepostet. Die Beiträge umfassen antisemitische Verschwörungstheorien, Holocaust-Leugnung und rassistische Drohungen. Ein Beispiel lautet: 'Der Holocaust ist eine Lüge und Lügen werden enthüllt.' In einem anderen schreibt Bermar, dass Schwarze und Araber in die Gaskammern von Auschwitz gehören und dass 'Europa einen neuen Adolf Hitler braucht.' Er identifiziert auch Politiker ohne Personenschutz, wie Annie Lööf und Fredrik Reinfeldt, als 'die einfachsten Ziele.'
Bermar gehört seit über einem Jahrzehnt zum inneren Kreis des SD-Führers, obwohl er nie Parteimitglied war. Er nahm an Åkessons Junggesellenabschied und Hochzeit im Herbst 2024 teil und erscheint in einem Gruppenfoto vom Abschied nahe bei Åkesson. Das Pressebüro der Sweden Democrats gibt an, dass Åkesson die Freundschaft vor etwa einem Jahr aufgrund von Bermars verändertem Verhalten beendet hat. 'Natürlich hatte niemand Kenntnis von den wahnsinnigen Aussagen dieser Person. Es versteht sich von selbst, dass kein normaler Mensch in der Nähe solcher Albernheiten sein will,' schreiben sie.
Die Reaktionen sind stark. Der Parteisekretär der Sozialdemokraten, Tobias Baudin, bezeichnet die Enthüllung als 'rein widerwärtige Lektüre' und sagt, es sei kein Einzelfall. 'Immer wieder wurde enthüllt, in welcher Gesellschaft Jimmie Åkesson und große Teile der Parteiführung verkehren. Es geht um Bandenkriminelle, rechtsextreme Extremisten und nun einen offenkundigen Neonazi. Das scheint die Parteikultur der Sweden Democrats zu sein,' sagt er. Baudin verknüpft es mit Forderungen von SD-Delegierten auf dem bevorstehenden Parteikongress, das Gesetz gegen Hetze gegen ethnische Gruppen abzuschaffen, und fordert Premierminister Ulf Kristersson auf, gegen die rechtsextreme Extremismus des Parteis vorzugehen.