Die American Library Association hat ihre Liste der elf am häufigsten beanstandeten Bücher in US-Bibliotheken für das Jahr 2025 veröffentlicht. Der Bericht dokumentiert einen starken Anstieg solcher Beschwerden: Mit 4.235 betroffenen Titeln wurde der zweithöchste jemals verzeichnete Wert erreicht. Die meisten Forderungen nach Einschränkungen gingen von Interessengruppen und Amtsträgern aus, nicht von einzelnen Eltern.
Das Office of Intellectual Freedom der American Library Association veröffentlichte die Liste der am häufigsten beanstandeten Bücher während der National Library Week. Als „Challenges“ (Beanstandungen) werden Beschwerden über Bibliotheksmaterialien bezeichnet, die zu Verboten, Einschränkungen oder auch keinen Maßnahmen führen können. Die Liste für 2025 umfasst: 1. Sold von Patricia McCormick; 2. The Perks of Being a Wallflower von Stephen Chbosky; 3. Gender Queer: A Memoir von Maia Kobabe; 4. Empire of Storms von Sarah J. Maas; 5. (gleichauf) Last Night at the Telegraph Club von Malinda Lo und Tricks von Ellen Hopkins; 7. A Court of Thorns and Roses von Sarah J. Maas; sowie fünf weitere Titel, die sich den achten Platz teilen, darunter A Clockwork Orange von Anthony Burgess und Looking for Alaska von John Green. 40 % der beanstandeten Titel thematisierten LGBTQ+-Personen oder People of Color. 92 % der Beschwerden gingen von Interessengruppen und Regierungsvertretern aus, ein Anstieg gegenüber 72 % im Vorjahr, während weniger als 3 % von einzelnen Eltern stammten. Die ALA erfasste 5.668 Buchverbote, was 66 % der gesamten Beanstandungen entspricht und den höchsten jemals verzeichneten Jahreswert darstellt. 920 Titel wurden eingeschränkt, beispielsweise durch Versetzung in andere Abteilungen oder die Notwendigkeit einer elterlichen Erlaubnis. Sarah Lamdan, Geschäftsführerin des Office for Intellectual Freedom der ALA, erklärte: „Im Jahr 2025 wurden Buchverbote nicht durch besorgte Eltern ausgelöst und waren nicht das Ergebnis lokaler Graswurzelbewegungen. Sie waren Teil einer gut finanzierten, politisch motivierten Kampagne zur Unterdrückung der Geschichten und gelebten Erfahrungen von LGBTQIA+- und BIPOC-Personen und -Gemeinschaften.“ ALA-Präsident Sam Helmick sagte: „Bibliotheken existieren, um Platz für jede Geschichte und jede gelebte Erfahrung zu schaffen. Während wir die National Library Week feiern, bekräftigen wir, dass Bibliotheken Orte für Wissen, für Zugang und für alle Menschen sind.“ Die Zahlen unterscheiden sich aufgrund abweichender Definitionen, Personalausstattung und des Untersuchungsumfangs von denen von PEN America, doch beide Organisationen unterstreichen den anhaltenden Trend zur Zensur.