Library Futures hat „Imagine IF: The Game“ herausgebracht, ein kostenloses webbasiertes Tool, das öffentlichen Bibliothekaren helfen soll, mit Zensurversuchen und Konflikten mit Nutzern umzugehen. Das „Choose-your-own-adventure“-Spiel enthält Szenarien, die auf realen Erfahrungen in Bibliotheken basieren, wie etwa Belästigungen aufgrund der Buchauswahl oder Forderungen, Titel aus dem Bestand zu entfernen. Ziel ist es, Kompetenzen zur Verteidigung der geistigen Freiheit angesichts zunehmender Herausforderungen zu stärken.
Öffentliche Bibliothekare sehen sich zunehmend dem Druck von Nutzern und Gesetzgebern hinsichtlich der Buchinhalte ausgesetzt. Die American Library Association berichtete von 2.452 verschiedenen Titeln, die 2024 in den USA beanstandet wurden, wobei von einer hohen Dunkelziffer auszugehen ist. In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 wurden über 40 Gesetzesentwürfe vorgelegt, die auf Bibliotheksbestände abzielen, darunter der „Senate Bill 74“ in Georgia und die „House File 2309“ in Iowa, von denen einige eine strafrechtliche Haftung für Bibliothekare vorsehen. Eine Umfrage ergab, dass 75 % der Bibliothekare besorgt über die Auswirkungen der staatlichen Gesetzgebung auf ihre Arbeit sind, was zu Befürchtungen hinsichtlich einer Selbstzensur unter dem Personal führt. Library Futures entwickelte „Imagine IF“, um diesem Problem zu begegnen und bietet Rollenspielübungen zur Deeskalation an. ALA-Präsidentin Sam Helmick, deren Präsentation aus dem Jahr 2015 das Spiel inspirierte, sagte: „Es ist großartig, weil man diese Interaktionen erleben kann, ohne das Lehrgeld einer tatsächlichen persönlichen Erfahrung zahlen zu müssen.“ Das Spiel beginnt mit einem Überblick über die „Library Bill of Rights“ und umfasst Comic-Szenarien, die von Kenny Keil illustriert wurden, um die Spieler dazu anzuregen, die Anliegen der Nutzer mit den Prinzipien des freien Zugangs abzuwägen. Als offene Bildungsressource ist „Imagine IF“ kostenlos auf der Website von Library Futures zur Nutzung und Anpassung verfügbar.