Nach dem Widerruf seines Indie Game of the Year Awards letzte Woche wegen KI-Nutzung hat Clair Obscur: Expedition 33 im Jahr 2025 über fünf Millionen Exemplare verkauft, inmitten hitziger Branchendiskussionen über die Rolle der KI in der Spieleentwicklung, Offenlegungsvorschriften und Award-Kriterien.
Wie früher in dieser Serie berichtet, haben die Independent Games Awards (IGA) die Top-Auszeichnungen von Clair Obscur: Expedition 33 am 21. Dezember widerrufen, nachdem Sandfall Interactive eine begrenzte Nutzung generativer KI für Platzhalter-Texturen aus 2022 bestätigt hatte, obwohl diese vor Launch gepatcht wurden.
Das rundenbasierte RPG, das bei The Game Awards neun Kategorien abräumte, blüht kommerziell weiter auf und übertrifft fünf Millionen Verkäufe im Jahr 2025. Produzent François Meurisse betonte die 'sparsame' Rolle der KI, mit allen finalen Assets menschgemacht, doch die IGA stellte ihre 'KI-freie Reinheitsregel' in den Vordergrund.
Die Affäre befeuert breitere Debatten. Eine Google Cloud-Umfrage zeigt, dass 87 % der Entwickler KI für Planung und Assets in Regionen wie Südkorea und den USA nutzen. Steam verlangt KI-Offenlegung, während Epics Tim Sweeney sie bei Tools wie Photoshop und Unreal Engine für unpraktikabel hält.
Kritiker verurteilen die Bedrohung der Kreativität und Datenehtik durch KI und fordern Boykotte oder Kennzeichnungen. Befürworter vergleichen es mit der CGI-Entwicklung – vom Skeptizismus bei Tron 1982 zum Hollywood-Standard –, besonders für ressourcenarme Indies. Der südkoreanische Indie-Verband umarmt nun KI. Spieler sind gespalten, und Award-Vergaber stehen unter Druck für Transparenz oder KI-spezifische Kategorien.