Medienprofis und Experten für Psychiatrie kamen in Kairo zusammen, um zu erörtern, wie sich arabische Medien und Serien von historischen Stigmata gegenüber psychischen Erkrankungen hin zu einer nuancierteren Darstellung einzelner Störungen bewegen.
Die Diskussionsteilnehmer der Auftaktsitzung der Konferenz „Al-Kelma Betefraq“ untersuchten, wie die Sprache in den Medien soziale Stigmata entweder verstärken oder abbauen kann. Die Veranstaltung wurde vom Centre d’Études et de Documentation Économiques, Juridiques et Sociales in Zusammenarbeit mit dem Institut français d’Égypte und dem Festival MedFest Egypt organisiert. Der Moderator Bashir Shousha beschrieb die Entwicklung des öffentlichen Diskurses, der von der pauschalen Bezeichnung psychischer Erkrankungen als „Wahnsinn“ hin zu einem vorsichtigeren und offeneren Umgang mit spezifischen Störungen geführt hat. Mona El-Rakhawy, Professorin für Psychiatrie an der Universität Kairo, unterschied zwischen psychischer Gesundheit als der Fähigkeit, die Schwierigkeiten des Lebens zu bewältigen, und einer psychischen Erkrankung als pathologischem Zustand, der die tägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigt. Filmschaffende hoben aktuelle Produktionen wie den Film „32B“ und die Serie „Midterm“ als Beispiele für Dramen hervor, die psychologische Themen ohne Spott behandeln. Sie betonten, wie wichtig es sei, Kunst zu nutzen, um Verständnis zu fördern, anstatt belehrend zu wirken. Die Experten warnten zudem vor den Risiken einer Selbstdiagnose durch Online-Tools einschließlich KI und rieten Zuschauern dazu, professionellen Rat einzuholen. Sie forderten anhaltende institutionelle Bemühungen, um die Darstellung psychischer Gesundheit in Medien und Serien zu verbessern.