Bob Dylan hat einen Patreon-Account gestartet, auf dem er Fans für 5 Dollar im Monat exklusive Inhalte bietet, darunter fiktive Briefe historischer Persönlichkeiten, Kurzgeschichten und Audio-Essays. Der Sänger bewarb die Seite mit dem Titel 'Lectures From the Grave' über eine Instagram-Story. Die ersten Beiträge enthalten einen angeblichen Brief von Mark Twain an Rudolph Valentino sowie die Kurzgeschichte 'Bull Rider'.
Bob Dylan teilte am Wochenende einen Link zu seinem neuen offiziellen Patreon-Account und lud Abonnenten dazu ein, für monatlich 5 Dollar auf 'ein lebendiges Archiv von Vorträgen aus dem Grab, nie abgeschickten Briefen und originellen Kurzgeschichten, kuratiert von Bob Dylan' zuzugreifen. Die Seite umfasst Audio-Essays wie 'Last Testament of Frank James', 'Aaron Burr: On the Art of Survival' sowie einen Beitrag, der von Wild Bill Hickok eingesprochen wurde, mit einer Länge zwischen 15 und 67 Minuten. Diese scheinen KI-generierte Stimmen zu nutzen, wobei kurze Ausschnitte bereits zuvor auf Dylans Instagram-Account veröffentlicht wurden. Unter den ersten sechs Beiträgen findet sich zudem ein eingebettetes Live-Auftrittsvideo von Mahalia Jackson. Dylans Vertreter hat bislang nicht auf Anfragen zu dem Projekt reagiert, und seine offizielle Website erwähnt den Patreon-Account nicht. Ein Eintrag aus der Reihe 'Letters Never Sent' ist ein fiktives Schreiben von Mark Twain an den Stummfilmstar Rudolph Valentino, das in Schreibschrift unterzeichnet ist und einem 'Herbert Foster' zugeschrieben wird. Der Brief weist auf die Kuriosität hin, dass beide Figuren bereits verstorben sind, obwohl Valentino erst 14 Jahre alt war, als Twain 1910 starb. 'Sehr geehrter Mr. Valentino', beginnt der Text, 'ich ergreife die Feder unter Umständen, die den Kalender verwirren und den Bestatter in Verlegenheit bringen würden, denn man sagt mir, wir beide hätten das respektable Geschäft des Sterbens bereits hinter uns.' Ein weiterer Beitrag enthält die siebenseitige Kurzgeschichte 'Bull Rider' von 'Marty Lombard', in der ein Landstreicher für ein Rodeo in Texas ankommt. Sie beginnt: 'Der Bus spuckte mich irgendwo hinter Amarillo aus, Staub in meinen Zähnen und ein Himmel, der sich so weit ausdehnte, dass es sich anfühlte, als würde er mich auslachen.' Währenddessen setzt der mittlerweile 84-jährige Dylan seine USA-Tournee fort, deren nächster Auftritt für Montag im Genesee Theatre in Waukegan, Illinois, geplant ist.