Der Chelsea FC hat sich nach weniger als vier Monaten von Cheftrainer Liam Rosenior getrennt, nachdem das Team in der Premier League fünf Niederlagen in Folge ohne eigenen Treffer hinnehmen musste. Der Verein begründete die Entscheidung mit den enttäuschenden Ergebnissen, die den eigenen Standards nicht gerecht würden; Co-Trainer Calum McFarlane übernimmt vorerst interimistisch die Leitung. Chelsea liegt derzeit sieben Punkte hinter den Champions-League-Qualifikationsplätzen, kurz vor dem FA-Cup-Halbfinale gegen Leeds United.
Chelsea gab am Dienstag die Trennung von Liam Rosenior bekannt und beendete damit dessen 23 Spiele währende Amtszeit, in der er 11 Siege und 10 Niederlagen verzeichnete. Der 41-Jährige, der seinen Dienst am 6. Januar mit einem Vertrag bis 2032 angetreten hatte, geriet nach einer 0:3-Niederlage bei Brighton & Hove Albion massiv unter Druck. Diese Pleite war Chelseas fünfte Premier-League-Niederlage in Folge ohne eigenes Tor – eine solche Serie hatte der Verein zuletzt 1912 erlebt, zudem war es die erste Fünfer-Serie an Liga-Niederlagen seit 1993. Der Club teilte mit, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, lobte Roseniors Integrität und betonte nach einer internen Aufarbeitung die Notwendigkeit einer langfristigen Lösung. Co-Trainer Calum McFarlane springt zum zweiten Mal in dieser Saison vorübergehend ein, während Chelsea Gefahr läuft, das internationale Geschäft im nächsten Jahr zu verpassen, obwohl am Sonntag das FA-Cup-Halbfinale gegen Leeds United im Wembley-Stadion ansteht. Rosenior hatte sich nach dem Brighton-Spiel außerordentlich verärgert gezeigt, die Leistung als 'inakzeptabel' bezeichnet und erklärt, er fühle sich 'betäubt' und 'wütend'. Er forderte von seinen Spielern mehr 'Einsatz, Kampfgeist und Mut' und kritisierte einen Mangel an Professionalität sowie grundlegende Dinge wie das Gewinnen von Zweikämpfen. Diese sportliche Talfahrt folgt auf den Abgang von Enzo Maresca am Neujahrstag, wobei Spieler wie Vize-Kapitän Enzo Fernandez und Verteidiger Marc Cucurella ihre Unzufriedenheit über die Instabilität äußerten. Fernandez wurde nach Äußerungen, die ihn mit Real Madrid in Verbindung brachten, aus dem Kader gestrichen, während Cucurella Marescas Abschied als 'großen Einschnitt' bezeichnete. Die 'Blues' liegen außerhalb der Top Fünf und haben bei noch vier ausstehenden Ligaspielen kaum noch Chancen, Liverpool einzuholen. Ein Verpassen der Champions League würde die finanziellen Sorgen nach einem Defizit von 355 Millionen Pfund im letzten Jahr weiter verschärfen. Die Chelsea-Eigentümergruppe BlueCo sucht nun bereits ihren sechsten festen Trainer seit 2022.