Der Verkauf eines Startups kann Stolz und Freiheit bringen, aber auch eine emotionale Leere für die Gründer. In Chile teilen Unternehmer wie Daniela Lorca von Babytuto und Roberto Camhi von Mapcity, wie sie ihr Leben nach dem Verkauf neu definiert haben. Viele wählen Mentoring und Investitionen, um weiterhin zum Ökosystem beizutragen.
Der Artikel beleuchtet das 'Paradoxon des Erfolgs' im Unternehmertum, bei dem der 'Exit' Gründer wie Daniela Lorca mit einer emotionalen Leere zurücklässt, nach Jahren der Intensität. Lorca gründete Babytuto 2013, ein E-Commerce für Babyprodukte mit 35.000 Artikeln von 400 Marken, das im Dezember 2021 an Walmart verkauft wurde. 'Nach dem Verlassen des Unternehmens erlebte ich eine Mischung aus Stolz, Erleichterung und Schwindel. Ich wechselte von Jahren im Modus 'lösen, ausführen, rennen, führen' zu plötzlichem absoluten Schweigen', gesteht Lorca, die nun Tennis und Stricken genießt, dazu Mentoring und ein Radioprogramm über Unternehmertum.
Cristián Tala verkaufte Pago Fácil, seine Fintech aus dem Jahr 2017 für digitale Zahlungen mit 6.000 Kunden aus dem KMU-Bereich und 1-2 Millionen monatlichen Transaktionen, für 23 Millionen US-Dollar an EVO Payments und BCI Pagos im Jahr 2021. 'Nach dem Verkauf musste ich wieder lernen, zu leben... Ich schlafe mehr als in meiner Unternehmerzeit, was schon ein großer Erfolg ist', sagt Tala, frischgebackener Vater, der Ecosistema Startup leitet und als Business Angel investiert.
Roberto Camhi, Gründer von Mapcity in der Dotcom-Ära, sah sein Unternehmen von Equifax übernommen: 60 % im Jahr 2016 und der Rest 2019. 'Geld ist nur ein Enabler, um diese Zustände des Wohlbefindens zu erreichen, nicht das Glück', erklärt er, während er in Startups wie easycancha investiert und Mentoring bei Startup Chile anbietet.
Daniel Undurraga, Mitgründer von Cornershop, das 2020 an Uber verkauft wurde, leitet Fundación Phaway für Bildung und Technologie in Lateinamerika, mit Initiativen wie unlimitED für Starlink-Antennen in ländlichen Schulen. 'Heute verlassen 80 % der Erwachsenen die Schule, ohne zu verstehen, was sie lesen', warnt er. Diese Ex-Gründer meiden neue operative Startups und bevorzugen unterstützende Rollen, um den 'tugendhaften Kreislauf' des chilenischen Ökosystems zu schließen.