Bauarbeiten am Kölner Hauptbahnhof führen zu massiven Einschränkungen

Die Deutsche Bahn hat am Kölner Hauptbahnhof mit dem Bau eines neuen Stellwerks begonnen, wodurch Fern- und Regionalzüge für zehn Tage bis zum 24. November ausfallen. Ein kurzfristig entdeckter Softwarefehler verschiebt die Inbetriebnahme auf das Frühjahr und erfordert eine zweite, kürzere Sperrung nächstes Jahr. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer kritisiert die Bahn scharf für die Planungspannen.

Am Kölner Hauptbahnhof, einem der wichtigsten Bahnknotenpunkte Deutschlands, hat die Deutsche Bahn die Bauarbeiten für ein neues elektronisches Stellwerk eingeleitet. Ab sofort und bis zum Morgen des 24. November dürfen keine Fern- und Regionalzüge mehr einfahren oder abfahren. Reisende erreichen den Bahnhof der Millionenstadt nur noch mit der S-Bahn oder U-Bahn.

Die geplanten Arbeiten während dieser zehntägigen Sperrung können jedoch nicht vollständig umgesetzt werden. Kurzfristig wurde ein Fehler in der Software des neuen Stellwerks entdeckt, weshalb die Inbetriebnahme auf das Frühjahr verschoben wird. »Was wir den Fahrgästen schon jetzt sagen können: Die zweite Sperrung wird kürzer sein«, sagte Matthias Gramer, Regionalleiter bei der Bahn-Tochter InfraGo.

Die oberste Priorität liegt nun darin, das Software-Problem schnell zu lösen. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) übte scharfe Kritik: »Das ist natürlich ein Stück aus dem Tollhaus, das kann man nicht anders sagen. Und mir ist es schleierhaft, wie so was bei der DB passieren kann.« Er bemängelte, dass trotz langer Vorlaufphase die Entscheidung erst zwei Tage im Voraus fiel: »Wir planen das ja schon seit Längerem. Und dann erfahre auch ich zwei Tage vorher: April, April – die Software kann nicht aufgespielt werden, weil sie nicht funktioniert.«

Die Bahn betonte, der Fehler sei nicht vorhersehbar gewesen. Jährlich werden in Deutschland über 50 neue Stellwerke in Betrieb genommen, und man bedauere die Probleme am Kölner Hauptbahnhof sehr. Die aktuelle Sperrung wird dennoch genutzt, um Signale, Weichen und Oberleitungen vorzubereiten. Nächstes Jahr folgt der Abbau alter Signale, was schneller gehen soll. Hunderttausende Reisende sind von den Störungen betroffen.

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