Deezer gab am 4. Mai bekannt, dass 44 Prozent aller auf seine Plattform hochgeladenen Songs – rund 75.000 täglich – KI-generiert sind. Dies ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 10 Prozent im Januar und 28 Prozent im vergangenen September. Trotz dieses Anstiegs machen diese Titel nur 1 bis 3 Prozent der gesamten Wiedergabezeit aus, da Erkennungstools 85 Prozent davon für die Monetarisierung sperren und sie von Empfehlungen ausschließen.
Die Zahlen des französischen Streaming-Dienstes zeigen einen rasanten Anstieg, wobei KI-Uploads mittlerweile den Großteil der neuen Inhalte dominieren. Deezer startete im Januar 2025 sein zum Patent angemeldetes Tool zur KI-Erkennung, das im Laufe des Jahres 13,4 Millionen solcher Titel markierte und bei aktueller Rate etwa 2 Millionen pro Monat erreicht. Die Technologie, mit einer Falsch-Positiv-Rate von unter 0,01 Prozent, identifiziert Inhalte von Generatoren wie Suno und Udio, kennzeichnet sie transparent, schließt sie von algorithmischen Empfehlungen und redaktionellen Playlists aus und reduziert die Klangqualität. Rund 85 Prozent der erkannten KI-Titel werden aufgrund von vermutetem Betrug, der auf die Verwässerung von Lizenzgebühren durch künstliche Streams abzielt, von der Monetarisierung ausgeschlossen. Deezer lizenziert das System an Dritte weiter.
CEO Alexis Lanternier erklärte: „KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr, und da die täglichen Lieferungen weiter zunehmen, hoffen wir, dass sich das gesamte Musik-Ökosystem uns anschließt, um die Rechte der Künstler zu schützen und die Transparenz für die Fans zu fördern.“ Er fügte hinzu: „Dank unserer Technologie und den proaktiven Maßnahmen, die wir vor mehr als einem Jahr eingeführt haben, konnten wir zeigen, dass es möglich ist, KI-bezogenen Betrug und die Verwässerung von Zahlungen beim Streaming auf ein Minimum zu reduzieren“, während er Plattformen wie Spotify dazu aufrief, ihre Abwehrmaßnahmen zu verstärken.
Eine Studie von Deezer und Ipsos aus dem November, die in acht Ländern mit 9.000 Befragten durchgeführt wurde, ergab, dass 97 Prozent der Hörer KI-Titel nicht von von Menschen gemachten unterscheiden konnten. Die Reaktionen fielen wie folgt aus: 52 Prozent fühlten sich unwohl, 71 Prozent waren schockiert, nur 19 Prozent vertrauen KI-Musik und 51 Prozent sorgen sich um qualitativ minderwertige Ergebnisse.