In Osnabrück mussten rund 14.000 Menschen evakuiert werden, um vier Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg zu entschärfen. Die Arbeit der Sprengmeister verzögerte sich um mehr als drei Stunden, weil Personen das Sperrgebiet betraten. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter kündigte Bußgelder für die Störer an.
Die Evakuierung in Osnabrück begann früh am Sonntagmorgen, um vier Blindgänger – drei Fliegerbomben und eine Granate – aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich zu machen. Die Funde wurden bei Bauarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs gemacht, wo ein neues Stadtviertel entstehen soll. Es handelte sich um die siebte Evakuierung in den vergangenen Monaten in diesem Bereich.
Der Evakuierungsradius betrug einen Kilometer und betraf Stadtteile wie Lokviertel, Fledder, Schinkel, Gartlage und Schölerberg. Betroffen waren zwei Krankenhäuser, eine Altenpflegeeinrichtung und der Hauptbahnhof, der von der Deutschen Bahn gesperrt wurde, sodass Regional- und Fernverkehrszüge nicht anfahren konnten. Die Stadt richtete ein Evakuierungszentrum an einer Gesamtschule ein, wo bis zum Abend rund 900 Menschen zusammenkamen. Viele suchten Unterkunft bei Bekannten oder Verwandten; für andere gab es Angebote wie vergünstigte Eintritte in Zoo, Museen und Theaterführungen.
Die Sprengmeister des Kampfmittelbeseitigungsdienstes untersuchten die Verdachtspunkte. Gegen 17 Uhr war eine 1000-Pfund-Bombe entschärft, kurz darauf eine 100-Pfund-Bombe. Die 500-Pfund-Bombe und die Granate mussten gesprengt werden, was weitere Erdbewegungen und Kontrollen erforderte. Ein Sprengmeister äußerte Frustration: »Wir hätten deutlich früher fertig sein können, wenn unsere Arbeit nicht so oft unterbrochen worden wäre.« Die Unterbrechungen durch Eindringlinge machten die Arbeit gefährlicher.
Polizei und Stadtmitarbeiter kontrollierten Häuser, doch es gab Störungen: Ein junger Mann weigerte sich, das Sperrgebiet zu verlassen, und postete dies online; Polizisten entfernten ihn. Am Nachmittag meldete sich ein Mann, der verschlafen hatte; er wurde geleitet und ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit eingeleitet, mit einem drohenden Bußgeld von 300 Euro.
Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) dankte den Geduldigen: »Ich danke den Bürgerinnen und Bürgern, die die Evakuierung geduldig mitgetragen haben.« Für die Störer hatte sie kein Verständnis: »Wir werden die Möglichkeiten, Bußgelder zu verhängen, konsequent ausschöpfen.« Eine weitere Evakuierung könnte am 8. Februar folgen.