Die 3. Strafkammer des TJDFT nahm den Einspruch des MPDFT an und machte den Flamengo-Stürmer Bruno Henrique zum Angeklagten wegen Betrugs zusätzlich zur Sportmanipulation. Die Entscheidung hob ein Urteil der ersten Instanz auf, das diese Anklage abgewiesen hatte. Die Verteidigung des Spielers kündigte an, gegen das Urteil Berufung einzulegen.
Am 4. Dezember 2025 nahm die 3. Strafkammer des Gerichts für den Bundesdistrikt und die Territorien (TJDFT) einstimmig einen Einspruch der Sonderarbeitsgruppe zur Bekämpfung organisierter Kriminalität (Gaeco), die dem öffentlichen Ministerium des Bundesdistrikts und der Territorien (MPDFT) angehört, an. Die Entscheidung machte den Flamengo-Stürmer Bruno Henrique zum Angeklagten wegen des Verbrechens Betrug im Zusammenhang mit Sportwetten.
Im Juli 2025 hatte der Richter erster Instanz Fernando Brandini Barbagalo die Anklage teilweise angenommen und Bruno Henrique sowie seinen Bruder Wander Nunes Pinto Júnior nur wegen Manipulation von Sportresultaten angeklagt. Der Richter wies die Betrugsanklage zurück und begründete dies mit fehlenden ausreichenden Elementen und keiner formellen Erklärung von Wettbüros als Opfer.
Der Berichterstatter, Richter Demétrius Gomes, argumentierte, dass die International Betting Integrity Agency (IBIA) befugt sei, Wettbüros zu vertreten. Die Unternehmen zeigten Interesse an der Bestrafung der Beschuldigten, und Untersuchungen der Brasilianischen Fußballkonföderation (CBF) und der IBIA rechtfertigen die Fortsetzung des Strafverfahrens. Bruno Henrique wird beschuldigt, seinem Bruder von einer Gelben Karte mitgeteilt zu haben, die er in einem Flamengo-gegen-Santos-Spiel der brasilianischen Meisterschaft 2023 erhalten würde, was Wetten auf dieser Information ermöglichte.
Im sportlichen Bereich verhängte der Oberste Gerichtshof für Sportjustiz (STJD) nur eine Geldstrafe gegen den Athleten, der normal weiterspielen durfte. Die Strafe für Betrug beträgt ein bis fünf Jahre Gefängnis plus Geldstrafe gemäß Artikel 171 des Strafgesetzbuchs. Resultatmanipulation führt zu zwei bis sechs Jahren Gefängnis.
Die Verteidigung von Bruno Henrique reagierte empört. „Der Umstand widerspricht dem gut begründeten Urteil des Richters erster Instanz. Mit Vertrauen in die Justiz wird die Verteidigung Berufung bei den zuständigen Stellen einlegen, die erneut den klaren Fehler der Anklage nachweisen werden“, hieß es in einer Mitteilung. Die Berufung geht an den Obersten Gerichtshof (STJ). Der Fall wurde erstmals von Metrópoles enthüllt.