Ökologische Kandidatin zieht sich aus Saint-Ouen-Wahl zurück wegen mutmaßlicher Homophobie

Sabrina Decanton, die Kandidatin der Ökologen für das Bürgermeisteramt in Saint-Ouen bei den Kommunalwahlen 2026, zog sich am 25. November wegen homophober Äußerungen gegen sie innerhalb ihrer Partei zurück. Diese Angriffe, die in einer Videokonferenz im Oktober geäußert wurden, wecken erneut Verdachtsmomente einer Infiltration durch Sympathisanten von La France Insoumise. Der Vorfall beleuchtet interne Spannungen um eine mögliche Allianz mit der Bewegung.

Der Rückzug von Sabrina Decanton, der ehemaligen ersten Stellvertreterin des sozialistischen Bürgermeisters Karim Bouamrane —der um eine zweite Amtszeit wirbt—, wurde am 25. November in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Die Kandidatin verurteilte anhaltende Homophobie über Monate hinweg, wobei ihre sexuelle Orientierung als Hindernis für den Wahlerfolg angeführt wurde.

Die angeprangerten Äußerungen stammten von lokalen Öko-Führern während eines Lenkungsausschusses der Kampagne per Videokonferenz im Oktober. In einem internen Video an Parteimitglieder äußerte Decanton ihren Schock: „Ich habe Äußerungen mir gegenüber gehört, die von einer beispiellosen Gewalt waren, ich bin immer noch schockiert. Ich habe gehört, dass ich megalomaniak sei, dass ich die Amtszeit nicht beenden würde und dass sie mich während der Amtszeit abstecken und jemand anderen an meine Stelle setzen könnten (...), dass meine Kandidatur in den Vierteln sehr schwierig wäre. Das erinnert mich an diese ganze Phase, in der sie mir erklärt haben, dass es, da ich homosexuell sei, sehr schwierig für mich wäre, gewählt zu werden, da Volksviertel und Homosexuelle, offenbar nach Meinung einiger, nicht zusammenpassen.“

Hinter dem Skandal steht ein geheimer Dokument, das Decanton unter die Vormundschaft ihrer Listenpartner stellt, die eine Allianz mit La France Insoumise (LFI) befürworten. Diese Entwicklung facht die Ängste vor einer LFI-Infiltration bei den Ökologen in Seine-Saint-Denis vor den Kommunalwahlen im März 2026 wieder an.

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