Ägypten wirft Äthiopien inkonsistente GERD-Betriebsabläufe vor

Ägypten hat Äthiopien am Samstag beschuldigt, den Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD) einseitig und hydrologisch inkonsistent zu betreiben, was zu starken Schwankungen im Abfluss des Blauen Nils führt. Das Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung erklärte, dass abrupte und unregelmäßige Wasserabgaben in den letzten Wochen Kairo zwangen, die Toshka-Überlaufanlage zu öffnen, um das Gleichgewicht in seinem Wassersystem zu wahren.

Das ägyptische Ministerium für Wasserressourcen und Bewässerung veröffentlichte eine Erklärung, in der es hieß, dass Äthiopien am 10. September 2025 etwa 485 Millionen Kubikmeter Wasser abgelassen habe, bevor die Abgaben am 27. September scharf auf 780 Millionen Kubikmeter anstiegen. Die Seespiegel sanken dann um fast einen Meter – äquivalent zu rund 2 Milliarden Kubikmetern –, bevor die Abflüsse am 30. September wieder auf etwa 380 Millionen Kubikmeter zurückgingen.

Das Ministerium wies darauf hin, dass international anerkannte Betriebsregeln für große Staudämme eine schrittweise Senkung des Reservoirpegels von 640 Metern auf etwa 625 Meter bis zum Ende des hydrologischen Jahres vorschreiben. Äthiopien schloss jedoch am 8. Oktober die Notüberlaufanlage des GERD, reduzierte die Abgaben auf 139 Millionen Kubikmeter und hielt einen Durchschnitt von 160 Millionen Kubikmetern pro Tag bis zum 20. Oktober aufrecht.

Dieses Muster – scharfe Reduktionen zur Speicherauffüllung gefolgt von plötzlichen großen Abgaben jenseits des Betriebsbedarfs – zeige einen Mangel an einem stabilen und technisch fundierten Betriebsplan, hieß es im Ministerium. Am 21. Oktober stiegen die Abflüsse unerwartet auf 300 Millionen Kubikmeter an, nachdem die Notüberlaufanlage wieder geöffnet wurde, und blieben dann zehn Tage lang bei etwa 320 Millionen Kubikmetern täglich, bevor sie am 31. Oktober geschlossen wurde.

Vom 1. bis 20. November stiegen die durchschnittlichen Abgaben auf etwa 180 Millionen Kubikmeter pro Tag, 80 % höher als der historische Normalwert von 100 Millionen Kubikmetern für denselben Zeitraum. Das Ministerium warnte, dass solche starken Schwankungen die Betriebsabläufe an den Staudämmen stromabwärts stören und die Betreiber zu Vorsichtsmaßnahmen gegen plötzliche Zuflüsse zwingen.

Der Nile Revenue Committee, der die Lage kontinuierlich mit hydrologischen Modellen und Satellitendaten überwacht, entschied sich, die Toshka-Überlaufanlage zu öffnen, um überschüssiges Wasser aufzunehmen und das System zu stabilisieren, wobei geplante Arbeiten zur Erweiterung ihrer Abgabekapazität verschoben wurden. Trotz der Volatilität betonte die Erklärung, dass das ägyptische Wassersystem « vollständig stabil und unter Kontrolle » bleibe, wobei der Hohe Assuan-Staudamm als primärer Schutz des Landes gegen unvorhersehbare Zuflüsse aus dem Oberlauf diene. Ägypten bekräftigte sein Engagement für eine professionelle und disziplinierte Wassermanagement zur Wahrung nationaler Interessen.

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