Die Äthiopische Akademie der Wissenschaften organisierte am 2. Juli 2026 eine Podiumsdiskussion, um künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf die Kunst zu untersuchen. Experten befassten sich mit den Chancen und Herausforderungen für das kulturelle Erbe Äthiopiens. Die Veranstaltung fand im Saal der Ethiopian Heritage Authority statt.
Die Diskussion konzentrierte sich auf die Frage, ob künstliche Intelligenz als Instrument für kreativen Fortschritt oder als Risiko für die traditionelle künstlerische Authentizität betrachtet werden sollte. Zu den Teilnehmern zählten Forscher, politische Experten und Kreativschaffende, die KI-Anwendungen in Musik, Literatur und bildender Kunst analysierten.
Seretse Ferehiwot, Generaldirektor des Äthiopischen Archiv- und Bibliotheksdienstes, erklärte, dass die öffentliche Politik mit der Bewahrung künstlerischer Ressourcen integriert werden müsse, um das kollektive Gedächtnis des Landes zu schützen. Wondwosen Mulugeta betonte die Notwendigkeit einer Datenbereitstellung, die KI-Modelle anhand äthiopischer Sprachen und künstlerischer Inhalte unter Anwendung lokaler ethischer und rechtlicher Grundsätze trainiert.
Die Redner wiesen auf das Potenzial von KI bei der Analyse von Kompositionen, bei sprachübergreifenden Übersetzungen und bei der Archivrestaurierung hin. Sie sprachen zudem Fragen des geistigen Eigentums, der Datenethik und die Risiken einer kulturellen Homogenisierung durch im Ausland trainierte Modelle an. Das Forum kam zu dem Schluss, dass ein verantwortungsvoller Einsatz von KI, nationale Datensouveränität sowie eine Zusammenarbeit zwischen Technologieentwicklern und dem Kreativsektor erforderlich sind.