Experten kontern Kritik der Staatsanwältin im Knutby-Fall

Staatsanwältin Elin Blank weist Aftonbladets Untersuchung zu Mängeln in der Knutby-Ermittlung von 2004 zurück und erklärt, sie werde keine Neuaufnahme des Verfahrens beantragen. Experten Sonny Björk und Anders Eriksson widersprechen ihrer Reaktion und nennen sie Ausreden. Die Reaktionen in Knutby auf die neuen Informationen sind geteilt.

Am 25. November 2025 veröffentlichte Aftonbladets 200 sekunder eine Untersuchung, die Schwächen in der Knutby-Mordermittlung von 2004 aufzeigt. Sie stellt infrage, ob die Babysitterin Sara Svensson tatsächlich die Frau des Pastors Helge Fossmo getötet hat, und verweist auf Beweise für zusätzliche Schüsse, widersprüchliche Schusswinkel und Blutspuren.

Staatsanwältin Elin Blank, die den Fall leitete, weist die Enthüllungen in einer Pressemitteilung zurück. „Alle Informationen wurden den Gerichten vorgelegt und sind nichts Neues“, schreibt sie. Sie wird keine Neuaufnahme beantragen.

Kriminaltechniker Sonny Björk und Gerichtsmediziner Anders Eriksson reagieren Punkt für Punkt auf ihre Aussagen. Eriksson sagt: „Ich glaube, das ist eine menschliche Reaktion, wenn sich herausstellt, dass man eine schlechte Ermittlung durchgeführt hat. Es sind oberflächliche Analysen und Ausreden, und sie spricht am Festgestellten vorbei.“

Björk weist Fehler in Blanks Beschreibung der Bettlaken-Schäden nach: „Die Schäden korrespondieren nicht. Es gibt keine Durchschusslöcher durch das Bettlaken.“ Er merkt an, dass in der Vorermittlung nur drei Löcher gemeldet wurden, während später mehr gefunden wurden, ohne Ruß oder Blutspritzer wie erwartet.

Bezüglich der Blutansammlung stellt Eriksson fest, dass das Blut in so kurzer Zeit nicht durch die Matratze gelaufen sein konnte. Zum Bluten aus der Hüftwunde sagt er: „Eine Blutansammlung im Geschosskanal beweist nichts... Wenn keine Zirkulation vorhanden ist, ist man tot.“

In Knutby, der Gemeinde außerhalb Uppsalas, die lange mit dem Fall verbunden ist, gehen die Meinungen zur erneuten Aufmerksamkeit auseinander. Der Vorfall von 2004 lenkte das Augenmerk auf die Filadelfia-Gemeinde. Helge Fossmo wurde 2022 bedingt entlassen, Sara Svensson 2011 nach psychiatrischer Behandlung.

Fossmo wurde zu lebenslanger Haft wegen Anstiftung zum Mord und versuchten Mord verurteilt.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen