Die rechtsextreme und gewaltbereite Gruppe Aktivklubb hielt am Samstagabend einen ungenehmigten Marsch durch das Zentrum Stockholms mit etwa 70–100 vermummten Teilnehmern ab. Sie skandierten nationalistische Parolen und machten Fotos bei der Riddarholmskyrkan, bevor die Polizei sie zur U-Bahn eskortierte. Der Marsch sollte Stärke demonstrieren trotz interner Befragungen und Festnahmen in der Rechtsextremenszene.
Am Abend des 29. November 2025 versammelten sich etwa 70 schwarzgekleidete und vermummte Personen, hauptsächlich junge Männer, auf dem Karlaplan in Stockholm zu einem Marsch der rechtsextremen Gruppe Aktivklubb. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl in einigen Berichten auf bis zu 100. Die Gruppe bewegte sich entlang der Narvavägen und Strandvägen Richtung Kungsträdgården, Schloss und Mynttorget und endete bei der Riddarholmskyrkan, wo sie Bengalfeuer mit rotem Rauch entzündeten und Gruppenfotos mit den Symbolen der Organisation posierten.
Die Teilnehmer skandierten Parolen wie «Sverige åt svenskarna» (Schweden den Schweden), «Stolt svensk nationalist» (Stolzer schwedischer Nationalist), «Hell seger» (Höllensieg) und «White boys hooligans», während sie schwedische Flaggen und schwarze Banner mit «White Boys» schwenkten. Sie trugen Banner mit «Aktivklubb» und Forderungen nach «Frihet för nationella» (Freiheit für Nationalisten), bezogen auf inhaftierte Mitglieder. Der Marsch hatte keine Genehmigung, doch die Polizei eskortierte die Gruppe über eine Stunde ohne Eingreifen, da keine Bedrohung der öffentlichen Ordnung entstand.
Robert Sennerdal von der Stockholmer Polizei erklärte: «Jeder hat das Recht, auf den Straßen zu gehen. Wir haben Meinungsfreiheit in Schweden, und es wird keine Genehmigung benötigt, um Meinungen zu äußern, solange das öffentliche Ordnungsrecht eingehalten wird.» Die Situation verlief friedlich mit überraschten und wütenden Reaktionen der Öffentlichkeit – eine Frau rief «Fuck you», eine Mutter «skäms» (schäm dich), während ein Mann aus einem Fenster salutierte.
Laut Expo-Forscher Jonathan Leman diente der Zweck darin, anderen rechtsextremen Gruppen zu zeigen, dass Aktivklubb trotz Befragungen und Festnahmen von Führern relevant bleibt. Er verknüpfte es mit einer kürzlichen Verurteilung von vier jungen Nazi-Sympathisanten wegen eines rassistischen U-Bahn-Überfalls, bei dem die Eltern gebildet mit guten Jobs sind, die Söhne aber rechtsextreme Ansichten haben, gute Noten und teure Kleidung tragen. Einer wurde für den Besitz von «Mein Kampf» und Drittem-Reich-Objekten zu Hause verurteilt.
Christer Mattsson am Segersted-Institut merkte an, dass die Beteiligung niedrig war im Vergleich zu früheren NMR-Märschen und die Polizei richtig handelte. Der Marsch fand vor dem Todestag Karls XII. am 30. November statt, an dem weitere rechtsextreme Aktionen erwartet werden, einschließlich eines genehmigten Fackelmarschs von Alternativ för Sverige und einer antifaschistischen Gegenkundgebung.