Am 13. März 2026 veröffentlichte die Folha de S.Paulo eine Liste der 50 besten brasilianischen Filme, die seit 2001 erschienen sind, basierend auf Abstimmungen von 100 Kinofachleuten. Das Ranking, das vor den Oscars 2026 veröffentlicht wurde, hebt 'Cidade de Deus' auf den ersten Platz, gefolgt von 'Ainda Estou Aqui' und 'O Agente Secreto'. Die Umfrage beleuchtet Themen wie öffentliche Sicherheit, Dokumentarfilme und die Wunden der Diktatur.
Die Folha lud 100 Fachleute ein, darunter Filmemacher, Schauspieler, Drehbuchautoren, Produzenten, Kritiker und Kuratoren, dazu auf, über ihre Top-10 brasilianischen Kinowerke aus den ersten 25 Jahren des 21. Jahrhunderts abzustimmen. Jede Stimme wurde gewichtet, mit zehn Punkten für den ersten Platz bis zu einem Punkt für den zehnten, und Unentschieden wurden durch die Häufigkeit der Nennungen aufgelöst. Die Filme umfassen verschiedene Genres, von Fiktion und Dokumentarfilmen über Animationen bis hin zu experimentellen Werken, die ab 2001 veröffentlicht wurden. ⏎⏎Das Ranking, veröffentlicht am 13. März 2026, setzt 'Cidade de Deus' von Fernando Meirelles und Kátia Lund an die Spitze. Auf Platz zwei liegt 'Ainda Estou Aqui' von Walter Salles, nominiert für den Oscar. 'O Agente Secreto' von Kleber Mendonça Filho, das mit Wagner Moura für den besten Schauspieler bei den Oscars am 15. März antritt, belegt Platz drei. Die vollständige Liste nennt etwa 240 Werke und enthält Empfehlungen für Streaming-Dienste.⏎⏎Laut Kritiker Inácio Araujo der Folha thematisieren die Top-drei-Filme generell 'öffentliche Sicherheit', wobei 'Cidade de Deus' die Ursprünge der Banditentum hinterfragt und Figuren wie Zé Pequeno (Leandro Firmino) und Buscapé (Alexandre Rodrigues) hervorhebt. Diktaturthemen finden sich in 'Ainda Estou Aqui' und 'O Agente Secreto'. Dokumentarfilme von Eduardo Coutinho wie 'Edifício Master' (Platz vier) und 'Jogo de Cena' (Platz fünf) brechen mit der traditionellen Geringschätzung des Genres. Weitere Highlights sind 'Que Horas Ela Volta?' (Platz neun) zum Thema soziales Engagement sowie regionale Produktionen aus Pernambuco und Bahia.⏎⏎Die Jury umfasste Persönlichkeiten wie Kleber Mendonça Filho mit vier Filmen unter den Top 50, Fernanda Torres, nominiert für den Oscar für 'Ainda Estou Aqui', und Lázaro Ramos. Die Umfrage zeigt die Dezentralisierung des brasilianischen Kinos mit Beiträgen aus Staaten jenseits von Rio de Janeiro und São Paulo und hebt erfindungsreiche kleine Produktionen hervor, etwa von Adirley Queirós und André Novais Oliveira.