Die 13. Auflage der São Paulo International Theater Show (MITsp) startet am Samstag (7) und läuft bis zum 15. März mit 24 brasilianischen und ausländischen Produktionen, die Themen wie Gewalt und Umwelt aufgreifen. In 11 Spielstätten in der Hauptstadt abgehalten, hebt das Event den französischen Schriftsteller Édouard Louis und Ensembles aus der Region Centro-Oeste hervor. Das parallele Programm Farofa do Processo nutzt unabhängige Räume im Bixiga für Werke in Entwicklung.
Das MITsp, 2014 gegründet und inspiriert vom Internationalen Festival für Darstellende Künste von Ruth Escobar (1974-1999), versammelt Stücke, Choreografien und Performances mit Untertiteln für ausländische Produktionen. Diese Auflage konzentriert sich auf Reflexionen zur Gewalt, einschließlich Adaptionen der Bücher von Édouard Louis: 'História da Violência', inszeniert von Thomas Ostermeier und produziert von der Schaubühne Berlin, und 'Quem Matou Meu Pai', in dem der Autor selbst auftritt. Die Karten für die Vorstellung mit Louis sind ausverkauft, so künstlerischer Leiter Antônio Araujo. „Es ist charakteristisch für das MIT, Figuren zu bringen, die über das Theater hinausgehen, die das theatralische Denken bewässern“, sagt Araujo. Louis nimmt an kostenlosen Debatten teil: eine am 8. März um 14 Uhr im Sesc Pinheiros (Tickets vor Ort) und eine am 9. März um 20:30 Uhr im Teatro Sérgio Cardoso (ausverkauft). Weitere Neuheiten sind die Achse 'Conexões Centro-Oeste' mit sechs Shows aus Goiás, Mato Grosso do Sul und Brasília wie 'Galhada, em Tempos de Fissura' und 'Cabeça de Toco', die Klimakrise und Umweltzerstörung thematisieren. Febraro de Oliveira von 'Cabeça de Toco' erklärt: „Wir erleben zuerst das Ende der Welt.“ Hercules Morais von 'Repúblikkk ou Encruzilhada não É Beco' betont: „Das Territorium ist kein Fetisch, keine Illustration. Es ist ein Protagonist“. Der kongolesische Dieudonné Niangouna debütiert mit 'Do Lado de Cá', nachdem er in einer früheren Auflage wegen politischer Verfolgung abgesagt werden musste. Zudem gibt es eine 12-stündige Performance mit schwarzen Künstler:innen. Parallel läuft die 10. Farofa do Processo vom 7. bis 15. März im Bixiga mit 60 Prozessöffnungen von 70 Künstler:innen auf 'pay what you can'-Basis. Spielstätten wie Teatro do Incêndio und Casa Farofa präsentieren Werke von Georgette Fadel und Rodrigo França sowie 'Agropeça' vom Teatro de Vertigem. Organisatorin Gabi Gonçalves erläutert: „Farofa entsteht immer aus Produktionsdringlichkeiten und wählt 2026, unabhängige Räume genauer zu beleuchten“. Das Event fördert die internationale Zirkulation mit 65 ausländischen und 71 nationalen Programmverantwortlichen vor Ort.