Französische Gesundheit darf nicht den Interessen der Tabakindustrie nachgeben

In einem Gastbeitrag in Le Monde fordert der Arzt Loïc Josseran die Stärkung des Kampfes Frankreichs gegen das Rauchen. Er kritisiert die staatliche Förderung von Tabakläden und die Ausrichtung der Tabak- und Nikotinindustrie auf Kinder. Trotz Fortschritten ist eine neue Erzählung der Denormalisierung notwendig, um die Gesellschaft zu schützen.

Die Kampagne Mois sans tabac hat am 1. November begonnen und fordert Raucher auf, mit dem Rauchen aufzuhören. Dennoch finanziert der Staat Tabakläden, während er der Tabak- und Nikotinindustrie erlaubt, Kinder anzusprechen, so Loïc Josseran, ein Arzt, der in diesem Gastbeitrag schreibt.

Santé publique France meldet einen Rückgang des Tabakkonsums um sieben Prozentpunkte in den letzten drei Jahren: 17,4 % der Franzosen rauchen täglich. Diese Erfolge gehen auf Jahrzehnte wegweisender Maßnahmen in Europa zurück. 1976 verbot Simone Veil Tabakwerbung. 1991 schützte Claude Evin Minderjährige und erhöhte die Preise. 2006 verbot Xavier Bertrand das Rauchen in öffentlichen Räumen. 2016 führte Marisol Touraine neutrale Verpackungen mit schockierenden Bildern ein. 2020 setzte Agnès Buzyn den Packungspreis auf 10 Euro und erstattete Nikotinersatztherapien.

Jacques Chirac erklärte 2002 den Krieg dem Tabak mit dem ersten Krebsplan. Frankreich ratifizierte 2004 das WHO-Rahmenübereinkommen zur Tabakkontrolle, das heute jedoch nicht vollständig umgesetzt ist. Andere wichtige Entscheidungen umfassen das Verbot aromatisierter Zigaretten, Süßwarenzigaretten, irreführender Bezeichnungen wie „light“ oder „léger“ und die Regulierung der Packungsgrößen.

Josseran plädiert für eine Erzählung der „Denormalisierung“: Tabak als gesellschaftliche Bedrohung, ökologische Katastrophe, die Länder des Südens verwüstet, finanzieller Abfluss mit jährlichen Kosten von 156 Milliarden Euro für die Wirtschaft und Verletzung der Kinderrechte, wobei Minderjährige in Tabakfeldern in Malawi ausgebeutet werden und in Frankreich der Sucht ausgesetzt sind. Er schlägt vor, Subventionen für Tabakläden zu kürzen, Gewinne der Industrie zu besteuern und neue Produkte zu verbieten, bevor sie sich verbreiten.

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