Gabriela Mistral's Nobelpreis 80 Jahre später öffentlich ausgestellt

Am 10. Dezember, zum 80. Jahrestag der Verleihung des Nobelpreises für Literatur an Gabriela Mistral, werden die Originalmedaille und das Diplom erstmals für die breite Öffentlichkeit in der Kirche San Francisco in Santiago ausgestellt. Die Dichterin vermachte den Preis dem chilenischen Volk unter der Obhut des Franziskanerordens, und die Objekte wurden aus Sicherheitsgründen geschützt aufbewahrt. Die Ausstellung soll ihr spirituelles und kulturelles Erbe ehren.

Gabriela Mistral erhielt am 10. Dezember 1945 den Nobelpreis für Literatur und wurde damit die erste hispanoamerikanische Frau, die ihn gewann. In ihrer Dankesrede sagte sie: „Heute wendet sich Schweden der fernen Iberischen Amerika zu, um sie in einem der vielen Werke ihrer Kultur zu ehren.“ In einem schwarzen Samtkleid nahm sie die Medaille von König Gustaf V. von Schweden entgegen, zusammen mit einem Diplom.

Bei ihrem Tod am 10. Januar 1957 vermachte Mistral den Preis dem Volk Chiles unter der Voraussetzung der Verwahrung durch den Franziskanerorden. Aus Sicherheitsgründen werden die Originalobjekte – die Goldmedaille und das einzigartige Diplom – zurückgehalten, während Repliken in der Sala Gabriela Mistral im Museo de Arte Colonial de San Francisco in Santiago ausgestellt sind.

Die Medaille, geprägt von der Norwegischen Münze und entworfen von Erik Lindberg, zeigt Alfred Nobel auf der Vorderseite und auf der Rückseite für Literatur einen Mann, der von einer Muse inspiriert schreibt, mit der lateinischen Inschrift: „Erfunden, um das Wissen zu verbessern.“ Das Diplom, ein Kunstwerk auf Hautpergament, handgemalt in Lasurtechnik von Berta Svensson, illustriert Mistral's Gedichte „La Copa“ und „El Hijo“ mit Motiven, die die damaligen Wahrnehmungen Lateinamerikas widerspiegeln.

Am 10. Dezember 2025 beim Event „Ein Nobelpreis für das Volk Chiles“ werden die Originale erstmals in der Kirche San Francisco gezeigt, nach einer Messe um 8:00 Uhr, von 9:00 bis 19:00 Uhr. Auch ausgestellt werden eine Brosche, eine Replik des Zeremonienkleids, Fotos, Pressauszeichnungen, die Originalrede, Audiomitschnitte und Schlüsselbücher. Kultusministerin Carolina Arredondo erklärte: „Diese Ausstellung ehrt nicht nur eine wesentliche Figur unserer Geschichte, sondern würdigt auch ihr menschliches und soziales Erbe.“

Tief spirituell verbunden mit dem Franziskanerorden durch ihre Freundin Palma Guillén, legte sie Gelübde ab und bewunderte Franziskus von Assisi. Sie wünschte eine Beerdigung im franziskanischen Habit. Ein Diebstahl 2023 betraf Repliken, doch das Original ist sicher, mit einem gemeinsamen Schutzplan des Nationalen Kulturerbes.

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