Grüne lehnen homöopathie als kassenleistung ab

Auf ihrem Parteitag haben die Grünen beschlossen, die Kostenübernahme homöopathischer Behandlungen durch gesetzliche Krankenkassen abzulehnen. Der Beschluss ändert den bisherigen Kurs der Partei und betont das Fehlen wissenschaftlicher Belege für die Wirksamkeit jenseits des Placeboeffekts. Dies suggeriere eine falsche Wirksamkeit und täusche Patienten.

Die Delegierten des Parteitags von Bündnis 90/Die Grünen haben einen Antrag verabschiedet, der die Solidargemeinschaft von der Finanzierung solcher Therapien entlasten soll. "Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist", heißt es darin. Viele Krankenkassen bieten homöopathische Mittel als Zusatzleistungen an, um Kunden zu gewinnen, obwohl keine Belege für eine überlegene Wirkung vorliegen.

Der Parteivorstand hatte einen Gegenantrag eingebracht, der die weitere Erstattung erlaubte, doch dieser scheiterte an der Mehrheit. Damit kehren die Grünen ihrem Beschluss von August 2020 den Rücken, der Homöopathie nur in selbstfinanzierten Extratarifen zuließ, ohne Belastung aller Beitragszahler.

Innerparteilich gab es Diskussionen: Eine Vertreterin warnte vor der Wiederaufnahme der Debatte, da der Umsatz mit Homöopathie ohnehin sinke. Eine andere Delegierte betonte das Verhältnis der Grünen zur Wissenschaft. Vor den Landtagswahlen im nächsten Jahr sorgte das Thema für Vorbehalte.

Bereits der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach von der SPD plante, Homöopathie als Kassenleistung zu streichen. In der Ampelregierung kam es jedoch nicht dazu, da vor allem die Grünen sich dagegen aussprachen.

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