Die Internationale Atomenergie-Organisation meldete, dass das New Safe Confinement von Tschernobyl aufgrund eines Drohnenangriffs im Februar keine radioaktiven Abfälle mehr enthält. Die 2019 errichtete Struktur wurde schwer beschädigt und verlor ihre primären Sicherheitsfunktionen. Generaldirektor Rafael Grossi empfahl eine umfassende Sanierung, um weitere Verschlechterung zu verhindern.
Am Samstag berichtete die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) der Vereinten Nationen, dass der Schutzmantel um einen Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine radioaktive Abfälle nicht mehr eindämmen kann. Dies liegt an einem Drohnenangriff zu Jahresbeginn, speziell am 14. Februar, der einen Brand verursachte und die Beschichtung der als New Safe Confinement (NSC) bekannten Struktur beschädigte.
2019 für 1,6 Milliarden US-Dollar errichtet und für 100 Jahre ausgelegt, wurde der NSC aufgebaut, um radioaktive Emissionen aus dem Block vier, der im Desaster von 1986 zerstört wurde, einzuschließen. Dieses Desaster forderte über 30 unmittelbare Todesopfer und kontaminierte weite Gebiete in der Ukraine, Belarus und Russland. Die Bewertung der IAEA nach einer Inspektion am Reaktor stellt fest, dass die Struktur «ihre primären Sicherheitsfunktionen, einschließlich der Eindämmungsfähigkeit, verloren hat».
«Begrenzte temporäre Reparaturen wurden am Dach durchgeführt, doch eine rechtzeitige und umfassende Wiederherstellung bleibt essenziell, um weitere Degradation zu verhindern und die nukleare Sicherheit langfristig zu gewährleisten», erklärte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Es wurden keine bleibenden Schäden an tragenden Strukturen oder Überwachungssystemen gemeldet, und die Agentur wird die Sanierungsmaßnahmen weiter unterstützen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte im Februar vor dem Angriff und sagte, er habe Schäden verursacht, die Strahlungswerte seien jedoch normal geblieben. Moskau bestritt eine Beteiligung und betonte, es greife keine nukleare Infrastruktur an. Tschernobyl ist seit der russischen Invasion 2022 ein Brennpunkt im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, als russische Truppen das Kraftwerk kurzzeitig besetzten.
Die Katastrophe von 1986 verbreitete Radioaktivität über weite Flächen, schuf eine Sperrzone von 20 Meilen und betraf rund 5 Millionen Menschen in kontaminierten Gebieten mit erhöhten Krebsraten und Geburtsdefekten.