Auf Martinique setzt Serge Letchimy die Arbeit von Aimé Césaire trotz Prozesses fort

Während sein Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder seinem Ende zugeht, setzt sich Serge Letchimy, Präsident der Gebietskörperschaft Martiniques, für die Autonomie der Insel innerhalb der Republik ein. Der politische Erbe des Dichters Aimé Césaire, der über 50 Jahre Bürgermeister von Fort-de-France war, blickt auf eine von städtischen Herausforderungen geprägte Karriere zurück. Mit 72 Jahren bleibt er der Inselverwaltung verpflichtet.

Serge Letchimy, ein prominenter Politiker aus Martinique, beendet einen Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel. Trotzdem setzt er seine Arbeit für die Autonomie Martiniques „innerhalb der Republik“ fort und beruft sich auf das Erbe von Aimé Césaire, dem ikonischen Bürgermeister von Fort-de-France von 1945 bis 2001.

Mit 72 Jahren leitet Letchimy seit 2021 den Exekutivrat der Gebietskörperschaft Martiniques. Seine Karriere umfasst drei Amtszeiten als Abgeordneter des 3. Wahlkreises (2007-2021), eine Regionalpräsidentschaft (2010-2015) und zehn Jahre als Bürgermeister von Fort-de-France (2001-2010). In den 1980er Jahren erlebte er als junger kommunaler Planungsbeauftragter intensive Momente, etwa im Texaco-Viertel von Fort-de-France.

Dieses Gebiet inspirierte Patrick Chamoiseaus Roman Texaco, Gewinner des Prix Goncourt 1992, in dem ein Stadtplaner von den Bewohnern „der Christus“ genannt wird, obwohl er gesteinigt wird. Letchimy erinnert sich humorvoll: „Die Bewohner nannten mich nicht so. Für sie war ich ‚Kouli-a‘ [‚der Coolie‘ auf Kreolisch, ein abwertender Begriff für Menschen indischer Herkunft in den Antillen].“ Er fügt hinzu: „Als ich in Texaco ankam, hielten sie mich für einen städtischen Polizisten. Eine Frau hob einen Stein auf und warf ihn nach mir, aber er traf mich nicht.“

Diese Anekdoten verdeutlichen die Herausforderungen bei seinen Bemühungen um städtische Verbesserungen und unterstreichen seine aktuelle politische Widerstandsfähigkeit.

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