Ein 17-jähriger indischer Langstreckenläufer aus Haryana wurde zu drei Jahren Haft in einem kenianischen Gefängnis verurteilt nach einem Doping-Skandal in Iten. Aman Malik zog 2023 nach Kenia zum Training, geriet aber in ein Netzwerk für verbotene Substanzen. Seine Familie protestiert gegen die Strafe und beruft sich auf sein junges Alter und die Umstände.
Aman Malik, ein 17-Jähriger aus dem Distrikt Sonipat in Haryana, Indien, kam 2023 nach Iten, Kenia, um als Marathonläufer fortgeschrittenes Training zu erhalten. Iten, bekannt als „Home of Champions“, lockte ihn mit seinen renommierten Leichtathletik-Einrichtungen. Seine Pläne gerieten jedoch ins Stocken, als er in eine Doping-Operation verwickelt wurde.
Ein Gericht in Nairobi verurteilte Malik im September 2025 wegen Beteiligung an einem ausgeklügelten, grenzüberschreitenden Netzwerk, das illegale Drogen schmuggelte und Athleten mit verbotenen Medikamenten versorgte. Bei der Razzia wurden Human Growth Hormone (HGH) und intravenöse Ausrüstung beschlagnahmt. Das Gericht verband Malik mit dem Erhalt eines Pakets verbotener Substanzen von seinem Trainer in Indien, einem ehemaligen Mittelstreckenläufer und Social-Media-Influencer. Der Trainer behauptet, er habe den Inhalt des Pakets nicht gekannt. Malik äußerte später Bedauern über Ratschläge älterer Athleten, die den Einsatz von Wachstumshormonen befürworteten.
Seit der Verurteilung wird Malik in einem überfüllten Gefängnis in Nairobi festgehalten, wo er einen Vier-Raum-Bereich mit 30 Insassen teilt. In einem Interview mit der Indian Express beschrieb er sich als ängstlich, heimwehkrank und entfremdet, während er mit ungewohnter Nahrung und strengen Gefängnisroutinen kämpft.
Seine Familie ist tief besorgt. Malik’ Mutter, eine Witwe, lebt allein im Dorf Pinana und sorgt sich ständig um sein Wohlbefinden. Sein älterer Bruder zweifelt an der Verhältnismäßigkeit der Drei-Jahres-Strafe für einen Teenager. Das indische Außenministerium hat konsularischen Zugang arrangiert und bestätigt, dass Malik eine Behandlung erhält, die dem kenianischen Recht entspricht. Er soll nach Verbüßung der Strafe nach Indien zurückkehren.