Indie-Filme erleben Einbruch an den Kinokassen im Herbst 2025

Prestige- und Indie-Filme unterperformen an den Kinokassen während der Herbstsaison 2025, wobei mehrere hochkarätige Releases trotz kritischer Begeisterung das Publikum nicht anziehen. Variety-Kolumnist Owen Gleiberman untersucht die Gründe für diesen Trend und schlägt einen Weg nach vorn durch publikumsorientierteres Storytelling vor. Erfolge wie 'Materialists' und 'One Battle After Another' bieten Hoffnung inmitten der Enttäuschungen.

Die Filmsaison Herbst 2025 ist von enttäuschenden Kinokassenergebnissen für Indie- und Prestige-Filme geprägt, ein krasser Kontrast zu früheren Jahren, in denen solche Releases Preisbuzz und starke Einnahmen antrieben. Wie Variety berichtet, spiegelte die traditionelle Herbstpalette kritischer gefeierter Filme einst die Blockbuster-Saison für Indies wider, ein Muster, das in den 1990er Jahren unter Figuren wie Harvey Weinstein gefestigt wurde. Allerdings haben post-pandemische Veränderungen in den Sehgewohnheiten diese Dynamik untergraben.

Unterperformende Releases

Mehrere bemerkenswerte Filme sind in dieser Saison gefloppt. 'After the Hunt', ein akademischer Thriller mit Julia Roberts, konnte Zuschauer, die eine anti-woke Erzählung suchten, nicht anziehen. 'The Smashing Machine' mit Dwayne Johnson in einer dramatischen Rolle fühlte sich zu dokumentarisch für das Publikum an. Die Bruce-Springsteen-Biopics 'Springsteen: Deliver Me from Nowhere' kämpfte als Arthouse-Musikfilm über sein asketisches Album. Sydney Sweeneys Boxdrama 'Christy' startete mit bescheidenen Einnahmen, überschattet von Off-Screen-Publikationen. Sogar 'Bugonia', inszeniert von Yorgos Lanthimos mit Emma Stone, brachte nur 12,5 Millionen Dollar nach dem zweiten breiten Release-Wochenende ein, weit entfernt vom Erfolg ihrer vorherigen Zusammenarbeit 'Poor Things'. Frühere Beispiele wie 'Tár', 'Anatomy of a Fall' und 'Anora' (insgesamt 20 Millionen Dollar) unterstreichen eine neue Realität, in der 20 Millionen Dollar den früheren 50-Millionen-Meilenstein entsprechen.

Gründe für den Einbruch

Gleiberman schreibt den Rückgang der Dominanz des Streamings zu, verkürzten Kinofenstern, die die Dringlichkeit mindern, verschlechterten Kinoerlebnissen (z. B. lange Trailer, Handy-Ablenkungen) und dem Fernsehen, das Indie-ähnliches Storytelling aufsaugt. Netflix' Strategie, potenzielle Hits wie 'Frankenstein', 'Nosferatu', 'Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery' und 'A House of Dynamite' aus den Kinos fernzuhalten, verschärft das Problem. Festivalpremieren in Sundance, Cannes (z. B. 'Eleanor the Great', 'Eddington') und Venedig haben ebenfalls an Schwung verloren, wobei Buzz nicht in Ticketverkäufe umschlägt – außer für den Non-Festival-Eintrag 'One Battle After Another' von Paul Thomas Anderson.

Zeichen der Hoffnung und Ratschläge

Mitten im Pessimismus zeigen Erfolge wie Celine Songs Rom-Com 'Materialists', eine zeitgemäße Auseinandersetzung mit modernem Dating, und Andersons kulturell resonanter 'One Battle After Another' Potenzial. Die bevorstehende 'Marty Supreme', Josh Safdies Ping-Pong-Thriller mit Timothée Chalamet, der am 25. Dezember startet, wird voraussichtlich als unterhaltsamer Publikumserfolg ähnlich wie 'Uncut Gems' folgen. Gleiberman fordert Indie-Filmemacher auf, kühne, publikumsbindende Narrative zu priorisieren, die 'uns aus uns selbst herausholen', in Anlehnung an den unterhaltsamen Geist des New Hollywood und der Indie-Revolutionen der 1990er unter Quentin Tarantino. Während Nischenfilme ihren Platz haben, ist breiterer Appeal essenziell für das Überleben.

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