Der deutsche Bobfahrer Johannes Lochner hat bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo die Goldmedaille im Zweierbob errungen. Mit einem Vorsprung von 1,34 Sekunden setzte er sich gegen Francesco Friedrich durch und führte zu einem deutschen Dreifach-Erfolg. Lochner krönte damit seine Karriere vor dem geplanten Rücktritt.
Johannes Lochner aus dem Königssee, 35 Jahre alt, gewann zusammen mit seinem Anschieber Georg Fleischhauer den Zweierbob-Wettbewerb auf dem neuen Eiskanal in Cortina. Der Vorsprung auf den Zweitplatzierten Francesco Friedrich mit Alexander Schüller betrug 1,34 Sekunden, den größten seit 1980. Bronze ging an Adam Ammour und Alexander Schaller, was einen deutschen Dreifach-Erfolg bedeutete.
Der Wettbewerb umfasste vier Läufe. Im ersten Lauf erzielte Lochner mit Startnummer eins einen Start- und Bahnrekord mit 0,44 Sekunden Vorsprung. Im zweiten Lauf vergrößerte er den Abstand auf 0,80 Sekunden. Der dritte Lauf brachte weitere 0,12 Sekunden hinzu, und im vierten Lauf blieben die Positionen unverändert. Friedrich kommentierte: „Hansi hat verdient gewonnen, das muss man neidlos anerkennen.“
Lochner, studierte Elektrotechniker und Mitarbeiter im Institut für forensische Sachverständigenwesen in München, stand lange im Schatten von Friedrich. Seit 2016 war er neunmal Zweiter hinter ihm bei Olympia und WM, außer bei der WM 2023 in St. Moritz, wo er mit Fleischhauer siegte. Nach Silbermedaillen 2022 in Peking hatte Lochner seinen Rücktritt angekündigt, da er Friedrich für unbesiegbar hielt. „Total geil“, sagte er zur Freude, und: „Es gibt nichts Schöneres, als wenn so ein Plan aufgeht.“
Friedrich, vierfacher Olympiasieger, holte Silber. Lochner plant, nach dem Viererbob seine 15-jährige Karriere zu beenden und versucht dort das Double.