Ein Richter in Los Angeles hat eine Klage wegen sexuellen Übergriffs, die Marilyn Mansons ehemalige Assistentin Ashley Walters eingereicht hatte, abgewiesen und festgestellt, dass ihre Ansprüche verjährt sind. Die Entscheidung hebt einen für nächsten Monat angesetzten Prozess auf und belebt Fragen zur Regel der verspäteten Entdeckung in Missbrauchsverfahren wieder auf. Die Anwältin von Walters plant Berufung gegen das Urteil.
Fallhintergrund
Ashley Walters, die von 2010 bis 2011 als persönliche Assistentin von Marilyn Manson arbeitete, reichte 2021 eine Klage gegen den Sänger, dessen richtiger Name Brian Warner ist, wegen sexueller Belästigung, verbaler, physischer und psychischer Misshandlung ein. Sie behauptete Vorfälle wie Auspeitschung, gegen eine Wand geworfen zu werden, gezwungen Kokain zu konsumieren und sexuell anderen angeboten zu werden. Die ursprüngliche Klage wurde 2022 vom Richter Steve Cochran wegen der zweijährigen Verjährungsfrist abgewiesen. Ein Berufungsgericht belebte sie im Dezember 2023 wieder, unter Berufung auf mögliche trauma-induzierte Gedächtnisunterdrückung gemäß der Regel der verspäteten Entdeckung.
Jüngstes Urteil
Am 16. Dezember 2025 wies Richter Cochran den Fall während einer Verhandlung am Obersten Gericht des Los Angeles County erneut ab und erklärte, die Klage sei etwa 10 Jahre nach den Ereignissen eingereicht worden und die Regel der verspäteten Entdeckung sei nicht anwendbar. „Ich kann nicht feststellen, dass die Regel der verspäteten Entdeckung zutrifft“, bemerkte der Richter. Dieses Urteil hebt den für Januar 2026 angesetzten Prozess auf.
Reaktionen und Kontext
Die Anwältin von Walters, Kate McFarlane, äußerte Enttäuschung und argumentierte, die Regel solle Opfer schützen, die durch Machtdynamiken manipuliert wurden. „Die Regel der verspäteten Entdeckung dient speziell Situationen, in denen Opfer sexuellen Missbrauchs die Möglichkeit erhalten, Gerechtigkeit zu suchen“, sagte McFarlane gegenüber Rolling Stone. Mansons Anwalt Howard King nannte die Entscheidung „erfreulich“ und sagte, sie zeige, dass Manson „zu Unrecht angeklagt“ wurde und er „weiterziehen“ könne.
Dieser Fall ist Teil breiterer Vorwürfe gegen Manson, die 2021 ans Licht kamen, einschließlich solcher von Evan Rachel Wood und Esmé Bianco. Nach einer Untersuchung des Los Angeles Sheriff's Department wurden keine Strafanzeigen erhoben, und Manson hat mit einigen Anklägerinnen beigelegt, während er eine Verleumdungsklage gegen Wood fallen ließ.
Für Unterstützung: RAINN National Sexual Assault Hotline (1-800-656-HOPE) oder Crisis Text Line (text HELLO an 741-741).