Julio Fernández, der wegweisende Gründer des in Barcelona ansässigen Studios Filmax und Miterschaffer seiner einflussreichen Fantastic Factory, starb am 17. November 2025 in Miami. Er war 78 Jahre alt. In ländlichem Galicien geboren, spielte Fernández eine Schlüsselrolle bei der Förderung der spanischen Genrespielfilm- und Animationsindustrie Jahrzehnte vor den Mainstream-Trends.
Hintergrund und frühe Karriere
Geboren in A Fonsagrada in der Provinz Lugo, Galicien, emigrierte Fernández wie viele aus seiner Region in die wachsenden Städte Spaniens, verfolgte jedoch ambitionierte Unternehmungen. 1987 erwarb er Filmax, ursprünglich einen Videoverleiher der Paramount-Bibliothek aus den 1960er Jahren. Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Carlos verlagerte er das Unternehmen auf Kinoverleih und erzielte Erfolge mit Filmen wie 'The Fourth Consul'. Dieser Schwung führte Filmax in die Produktion, immer mit Blick auf internationale Märkte. Ein Durchbruch kam 1999 mit Jaume Balaguerós 'Nameless', das starke Verkäufe auf der Mifed erzielte und das Ende einer goldenen Ära für spanische Autoren-Genrefilme markierte.
Gründung der Fantastic Factory und Schlüsselproduktionen
2000 ging Fernández eine Partnerschaft mit Brian Yuzna ein, um die Fantastic Factory zu launchen, eine kühne Initiative, die englischsprachige Horrorfilme in Spanien produzierte, die internationales und lokales Talent mit meta-bewusster Erzählung verband, die an 'Re-Animator' von 1985 erinnerte. Frühe Erfolge umfassten die Übernahme der nordamerikanischen Rechte an vier Titeln durch Lionsgate: 'Arachnid' von Jack Sholder, 'Dagon' von Stuart Gordon sowie 'Faust: Love of the Damned' und 'Beyond Re-Animator' von Brian Yuzna.
Filmax expandierte 2001 weiter mit Filmax Animation in Galicien und produzierte den Goya-prämierten 'El Cid: The Legend'. Das Studio steigerte sein Profil mit 'Darkness' (2002, US-Start 2004), inszeniert von Balagueró mit Anna Paquin, Lena Olin, Iain Glen und Giancarlo Giannini, das in US-Kinos 34,4 Millionen Dollar einspielte. Im selben Jahr entstand Brad Andersons 'The Machinist' mit Christian Bale, heute ein Kultklassiker. Balagueró und Paco Plazas '[REC]' (2007) landete später auf Platz 11 in Bloody Disgustings Top 20 Horrorfilme der 2000er.
Spätere Jahre und Vermächtnis
2010 wurde Carlos Fernández Präsident und diversifizierte Filmax in das Fernsehen mit Hits wie 'Polseres Vermelles' ('The Red Band Society'), das von Fox in den USA remade wurde. Julio, ein Serienunternehmer in Bereichen von Immobilien bis zu Wurstwaren, zog sich für andere pursuits zurück. Seine Arbeit, einschließlich der Inspiration für Guillermo del Toros 'Pan’s Labyrinth' gedreht in Spanien, festigte Spaniens moderne Genrefilmindustrie.