Der 78-jährige Liedermacher Konstantin Wecker hat seine Tournee wegen einer neurologischen Erkrankung abgesagt, die er auf jahrelangen Alkoholkonsum zurückführt. Im Interview mit der 'Augsburger Allgemeinen' spricht er offen über seine Alkoholkrankheit und bereut diese, während er positive Erinnerungen an Experimente mit LSD und Magic Mushrooms bewahrt.
Konstantin Wecker, der 78-jährige Münchner Liedermacher, ist nicht nur für seine Musik bekannt, sondern zunehmend auch für seine Warnungen vor den Gefahren des Alkohols. Kürzlich musste er seine aktuelle Tournee absagen, da eine neurologische Erkrankung ihn daran hindert, noch komplexe Klavierstücke zu spielen. Er beschreibt dies als Folge des 'ständigen Konsums des Nervengifts Alkohol'.
Im Interview mit der 'Augsburger Allgemeinen' reflektiert Wecker über seine langjährige Alkoholkrankheit. 'Die ganze Familie war immer in Sorge um mich. Darum habe ich aufgehört', erklärt er. Es habe Jahrzehnte gedauert, bis er einsah, dass er Alkoholiker war. 'Das Problem an den legalen Drogen ist ja, dass es wahnsinnig schwer ist, sich einzugestehen, man ist Alkoholiker.'
Anders als beim Alkohol sieht Wecker seine Erfahrungen mit illegalen Drogen positiv. 'Ein paar Erlebnisse möchte ich nicht missen, vor allem das Erlebnis mit LSD', sagt er. Er erinnert sich auch an eine Reise nach Bali, wo er Magic Mushrooms nahm, die dort erlaubt waren. 'Die Rolling Stones, meine ich, waren zur gleichen Zeit da und haben dann 'Sympathy for the Devil' geschrieben.' Wie sein Leben ohne Drogen verlaufen wäre, weiß er nicht: 'Ich habe keine Ahnung... Ich weiß aber, dass es im Grunde, so wie es war, in Ordnung war. Denn man macht in diesem Leben eben Fehler.'
Weckers Erkrankung hat bleibende Folgen: Er kann nur noch 'ganz einfache Melodien' am Klavier spielen, 'wie ein kleines Kind. Wie ein Anfänger. Mehr ist nicht mehr drin. Und vermutlich wird das auch nicht mehr. Es gibt keine Aussicht auf Heilung.' Diese Reflexionen spiegeln auch sein Faible für die 'Gescheiterten' wider; er bevorzugt Gespräche mit Obdachlosen – die er als 'Penner' bezeichnet – gegenüber scheinbar perfekten Menschen.