Alkoholismus betrifft alle Schichten der Gesellschaft, einschließlich privilegierter Kreise, in denen er tiefer Verleugnung unterliegt. Innerhalb von Paaren fängt diese Krankheit die Partner in Schweigen und Isolation. Dr. Laurent Karila hebt die täglichen Anlässe hervor, die zu übermäßigem Alkoholkonsum führen.
Alkoholismus ist nicht auf die Ränder der Gesellschaft oder auf Individuen beschränkt, die die physischen Stigmata ihrer Exzesse tragen. Wie im Artikel von Madame Le Figaro vom 18. Oktober 2025 erklärt, durchdringt er alle sozialen Schichten, insbesondere in privilegierter Umgebung, wo tiefe Verleugnung das Problem verschleiert.
Im Herzen des Paares schreitet die Krankheit im Stillen voran. Der Titel hebt eine aufschlussreiche Anekdote hervor: «Er leert die offenen Flaschen, nachdem unsere Gäste gegangen sind», was zeigt, wie der versteckte Konsum zunimmt, wenn man allein ist. Diese Realität wird durch die französische 'bon vivant'-Kultur normalisiert, verstärkt durch Serien und endlose gesellschaftliche Anlässe.
Dr. Laurent Karila, Psychiater spezialisiert auf Suchtmedizin am Hôpital Paul Brousse (AP-HP) und Professor an der Université Paris Saclay, erklärt: «Es gibt so viele Gelegenheiten, Alkohol zu trinken – Geburtstage, Geburten, Hochzeiten, akademische oder berufliche Erfolge, Afterwork, davor, Abendessen mit Freunden, Partys… oder einfach zum Entspannen. Reihen sie aneinander, und sie können schnell zu täglichem Alkoholkonsum führen. Millionen von Franzosen sind von diesem Alkoholismus betroffen, der das Trinken von mehreren Gläsern pro Woche fördert, ohne sich süchtig zu fühlen».
Zwischen den vier Wänden des Zuhauses, nach einem Abendessen oder dem Weggang der Gäste, können diese wenigen Gläser schnell zu einer ganzen Flasche werden. Dieser Artikel ist Teil der Serie «Au cœur du trouble», die die Auswirkungen von Störungen wie hohem intellektuellem Potenzial, Bipolarität, ADHS oder chronischer Depression auf das Paarleben ohne Filter erforscht.