In einem Interview mit Le Monde fordert Lumir Lapray, Autorin von 'Ces Gens-là', die französische Linke auf, den Erfolg der Rassemblement National unter periurbanen und ländlichen Arbeiterklassen zu verstehen. Als Öko-Aktivistin aus dem Ain reiste sie durch ländliche Gebiete in Frankreich und den USA, um diese Wähler zu analysieren. Sie sieht die Volatilität dieser Stimmen als Hoffnung für die Linke, ihren Rückhalt zurückzugewinnen.
Lumir Lapray, 33, Kandidatin, die bei den Parlamentswahlen 2022 für Nupes im 2. Wahlkreis des Ain unterlag, veröffentlicht ihr erstes Buch, 'Ces Gens-là. Plongée dans cette France qui pourrait tout faire basculer' (Payot, 224 Seiten, 19,50 Euro). Als Befürworterin der Volksekologie untersucht sie den Erfolg der Rassemblement National (RN) in periurbanen und ländlichen Gebieten.
Zu ihren Begegnungen mit Arbeitnehmern, die sich in Frankreich dem RN oder in den USA Trump zuwenden, identifiziert Lapray ähnliche Treiber: 'das Gefühl, auf des Messers Schneide zu leben – weil jeder Lebensunfall in Prekarität kippen kann. Zu dieser Angst kommt etwas anderes hinzu, wie die Scham, diese Zerbrechlichkeit zu spüren, der Zorn, kein Kontrolle über das eigene Dasein zu haben, das Sündenbockmachen anderer, die oft verletzlicher sind als man selbst.'
In den USA weist sie auf einen 'objektiv gewalttätigeren, hemmungslosen Kapitalismus' hin, verstärkt durch christlichen Nationalismus und Maskulismus, genährt von Jahrzehnten der Kriege. Dennoch betont sie die Volatilität dieser Stimmen: 'es ist insbesondere ein Symptom von Emotionen (Scham, Verlangen nach Zugehörigkeit oder Stolz) und einer Suche nach Schuldigen für sehr reale Probleme; etwas, das gebildete Eliten, die zu intellektualisierten politischen Ideologien neigen, schwer erfassen. Das sollte uns viel Hoffnung geben, denn angesichts dieser Verwirrung kann die Linke sich organisieren, um ihre Herzen zurückzugewinnen.'
Lapray ruft die Linke daher auf, Platz für ländliche Arbeiterklassen zu schaffen, um dem Aufstieg des RN entgegenzuwirken.