Der argentinische Präsident Javier Milei hat am vergangenen Samstag während einer Veranstaltung in São Paulo scharfe Kritik an seinem brasilianischen Amtskollegen Luiz Inácio Lula da Silva geübt. Die Äußerungen lösten offizielle Reaktionen in Brasilien sowie einen Entschließungsantrag zur Missbilligung in der argentinischen Abgeordnetenkammer aus.
Milei nahm am Nationalkonvent der Liberalen Partei in São Paulo teil. Dort unterstützte er die Kandidatur von Flávio Bolsonaro und bezeichnete Lula als „Dieb“, „Vorbestraften“ und „Totalitaristen“. Zudem bezeichnete er Richter Alexandre de Moraes als „den glatzköpfigen Müll“.
Lula reagierte ironisch auf den Konflikt. „Wer ist dieser Typ?“, fragte er. Brasilien berief seinen Botschafter in Buenos Aires zu Konsultationen zurück und bestellte den argentinischen Botschafter in Brasília ein.
Der Abgeordnete Jorge Taiana legte in der Abgeordnetenkammer einen Entschließungsantrag zur Missbilligung vor. Die Initiative stellt Mileis Äußerungen in Frage und warnt davor, dass sie die bilateralen Beziehungen schädigen. Analysten wie Miguel Ponce und Gustavo Damián González kritisierten die Außenpolitik der argentinischen Regierung, da sie nationale Interessen angreife.