Mónica Lavín stellt Roman und Hörbuch auf der Buchmesse Guadalajara vor

Die mexikanische Schriftstellerin Mónica Lavín präsentiert den Roman La ausencia und das Hörbuch Capítulo 1 gleichzeitig, zwei Werke, die ihre kreativen Ursprünge und die Angst vor dem Schreibblockaden erkunden. Beide Projekte werden auf der Internationalen Buchmesse Guadalajara 2025 vorgestellt. In einem Interview reflektiert Lavín über Erinnerung, Schreiben und ihre Leidenschaft fürs Erzählen.

Mónica Lavín, in einem entscheidenden Moment ihrer Karriere, startet zwei miteinander verbundene Projekte: den Roman La ausencia, veröffentlicht vom Editorial Planeta, und das Hörbuch Capítulo 1, produziert von Everand. Sie entstanden synchron, fast mysteriös, während Lavín ihre Angst vor dem Verlust des kreativen Antriebs bekämpfte.

Der Roman La ausencia dreht sich um eine Schriftstellerin über 60, die keine Verbindung zu einer neuen Geschichte herstellen kann. „Mehr als das Fehlen von Ideen ist es das Fehlen einer Verbindung zu einer starken Geschichte. Mein Schrecken ist, dass eines Tages diese Leidenschaft, die einen den unsicheren Weg des Schreibens akzeptieren lässt, nicht mehr da sein wird“, erklärt Lavín. Das Werk spielt mit den Mechanismen des Schreibens, wechselt zwischen zwei Erzählzeiten und erfundenen Dialogen mit Autorinnen wie Eudora Welty, Carson McCullers und Katherine Anne Porter, frühen Einflüssen auf Lavín. „Ich wollte mir die Freiheit geben, durch die Zeit zu reisen, Gespräche mit existierten Schriftstellerinnen zu führen. Ich habe das Haus von Carson McCullers in Georgia besucht“, erzählt sie.

Capítulo 1 ist hingegen ein originelles Hörbuch, in dem Lavín den Beginn ihrer Berufung schildert, von den Notizbüchern mit 16 Jahren bis zu ihrem ersten Buch Cuentos de desencuentro y otros, veröffentlicht 1986 in der Sammlung Letras Nuevas. Sie erinnert sich an Zufälle wie die Geburt ihrer Tochter, das Erdbeben von 1985 und die Buchveröffentlichung. „Ohne dieses Buch wäre ich vielleicht nicht hier. Es hat mir eine öffentliche Stimme und ein Engagement für den gewählten Weg gegeben“, sagt sie.

Die Aufnahme fand in Madrid statt, die Bearbeitung in Mexiko mit Zusammenarbeit der Schauspielerin Irene Azuela, die die junge Lavín verkörpert. „Die menschliche Stimme hat ihre eigene Emotion des Moments. Künstliche Intelligenz kann das nicht“, betont sie. Beide werden auf der FIL Guadalajara ab dem 29. November präsentiert: La ausencia am 1. Dezember um 17:30 Uhr und Capítulo 1 am 3. Dezember um 17:00 Uhr.

Lavín schließt, dass Schreiben ein Weg ist, am Leben zu bleiben und sich nicht zu vergessen. „Erinnerung ist kein treues Archiv; sie ist ein wandelbares Territorium“, sagt sie und unterstreicht die Rolle der Imagination in der Welt.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen