Ein Psychiater wurde am 1. Dezember von einem Patienten im medizinisch-psychologischen Zentrum in Le Gosier, Guadeloupe, tödlich erstochen. Dieses tragische Ereignis entfacht erneut Diskussionen über den Schutz von Gesundheitsfachkräften im Archipel. Huldigungen betonen die Hingabe von Dr. Jean-Michel Gal für seine Patienten.
Am 1. Dezember wurde im medizinisch-psychologischen Zentrum (CMP) in Le Gosier auf der Insel Grande-Terre in Guadeloupe der erfahrene Psychiater Dr. Jean-Michel Gal am Ende einer Beratung von einem seiner Patienten tödlich erstochen. Das Zentrum, das in einer ruhigen Wohngegend zwischen einer Kindertagesstätte und einem Friedhof liegt, ist seit dem Vorfall geschlossen, die Rollläden sind heruntergelassen und ein bescheidenes Bouquet mauvefarbener Bougainvilleen hängt am Tor als Zeichen der Trauer.
Der lokale Nonagenarier Sylvio A. äußert seinen Unglauben: «Es ist schwer zu glauben, dass so etwas hier passiert.» Der Arzt, bekannt für seine psychiatrische Betreuung im CMP, hinterlässt eine tiefe Lücke, so Ida Jhigai, Direktorin der öffentlichen Einrichtung für psychische Gesundheit in Guadeloupe (EPSM). In einer Erklärung lobt sie seine Hingabe: «Er behandelte Hunderte von Patienten aus Guadeloupe mit bemerkenswerter Hingabe und großer klinischer Expertise. Seine Güte, Nähe zu den Pflegeteams, aufmerksames Zuhören für Patienten und ihre Familien sowie seine Entschlossenheit, ihnen zu helfen, wurden universell anerkannt und gelobt.»
Der Vorfall erschüttert die medizinische Gemeinschaft. Die Kinderärztin Frédérique Dulorme, Präsidentin der Regionalen Union der freiberuflichen Ärzte von Guadeloupe (URPS), sagt: «Wir sind tief erschüttert.» Sie fügt hinzu: «Es könnte jedem von uns passieren», und hebt den Anstieg physischer und verbaler Angriffe hervor. Eine Umfrage im März unter etwa 100 Mitgliedern meldete 84 verbale und 48 physische Aggressionen. Huldigungen kommen aus allen medizinischen Berufsgruppen des Archipels und erneuern die Forderungen nach besserem Schutz für Gesundheitsfachkräfte.