Eine neue Untersuchung deutet darauf hin, dass Rockstar Games 34 Mitarbeiter Ende Oktober 2025 entlassen hat, weil sie interne Slack-Richtlinienänderungen auf einem privaten Discord-Server mit Gewerkschaftsvertretern teilten, nicht wegen des Leakens von Spielgeheimnissen. Der Independent Workers' Union of Great Britain wirft dem Unternehmen Gewerkschaftsunterdrückung vor und hat eine Klage eingereicht. Über 200 aktuelle Mitarbeiter haben einen Brief unterzeichnet, der die Wiedereinstellung der Betroffenen fordert.
Hintergrund der Entlassungen
Rockstar Games, bekannt für strenge Sicherheitsmaßnahmen nach großen Leaks, entließ Ende Oktober 2025 34 Mitarbeiter in seinen Büros im Vereinigten Königreich und Kanada. Das Unternehmen und das Mutterunternehmen Take-Two Interactive begründeten dies zunächst mit 'schwerwiegendem Fehlverhalten', ohne weitere Details zu nennen. Dies geschah inmitten erhöhter Vorsicht bei Projekten wie Grand Theft Auto 6, wobei Berichte bestätigen, dass die Entlassungen nichts mit Spielgeheimnissen zu tun hatten.
Der Vorfall auf dem Discord-Server
Laut einer Untersuchung von People Make Games rührten die Entlassungen von Aktivitäten auf einem nur auf Einladung zugänglichen Discord-Server her, der 2022 für Rockstar-Mitarbeiter und Vertreter der Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB) eingerichtet wurde. Der Server behandelte HR-Themen wie Gehälter und Boni, die unter dem britischen Equality Act von 2010 geschützt sind. Es wurden keine vertraulichen Spieleinformationen geteilt.
Der Auslöser war die Diskussion über die neuen Slack-Richtlinienänderungen von Rockstar, die Mitte Oktober umgesetzt wurden und nicht-arbeitsbezogene Chat-Kanäle als Ablenkung einstuften und entfernten. Aufgrund der Rockstar-Politik, die physische Büropräsenz für E-Mail-Zugriff vorschreibt, postete ein Mitarbeiter Details zu diesen Änderungen nach Feierabend auf Discord, bevor andere informiert wurden. Ein Server-Mitglied soll das Management informiert haben, was zu einer internen Untersuchung und den Entlassungen führte.
Reaktion der Gewerkschaft und laufender Streit
Die IWGB hat eine Klage wegen unfaire Entlassung und Gewerkschaftsunterdrückung eingereicht. IWGB-Präsident Alex Marshall sagte zu People Make Games: 'Was wir immer wieder sehen, ist, dass Rockstar verzweifelt versucht, zu verhindern, dass Menschen kommunizieren können.' Über 200 Rockstar-Mitarbeiter haben einen offenen Brief unterzeichnet, der die Entlassungen verurteilt und die Wiedereinstellung fordert. Das Thema wurde letzte Woche im britischen Parlament angesprochen, ohne Aussicht auf eine Lösung und mit möglichen Gerichtsverfahren vor uns. Rockstar hat keine Kommentare zum Bericht abgegeben.