Die Stadt Nürnberg hatte geplant, in drei Jahren das 400-jährige Jubiläum ihres berühmten Christkindlesmarkts zu feiern. Neue Forschungen des Stadtarchivs und des Germanischen Nationalmuseums zeigen jedoch, dass der Markt erst 347 Jahre alt ist. Die Untersuchung einer historischen Spanschachtel hat die bisherige Datierung widerlegt.
Der Nürnberger Christkindlesmarkt, einer der ältesten und größten Weihnachtsmärkte in Deutschland, zieht jährlich Tausende Besucher aus aller Welt an. Bisher galt er als 397 Jahre alt, mit einem Ursprung im Jahr 1628. Diese Annahme basierte auf einer Widmung auf einer Spanschachtel aus dem Germanischen Nationalmuseum, dem ältesten bekannten Nachweis für den Markt.
Wie die Stadt mitteilte, haben das Stadtarchiv und das Museum nun genauere Nachforschungen angestellt. Die dritte Ziffer der Jahreszahl auf der Schachtel ist schwer lesbar und könnte eine 7 statt einer 2 sein, was auf 1678 hindeuten würde. Die Empfängerin der Widmung lebte von 1663 bis 1731. Die Schenkerin, eine Freundin, hatte Eltern, die 1651 heirateten; ihr Vater war Mitglied eines wichtigen städtischen Gremiums, was uneheliche Kinder ausschloss. Somit konnte sie nicht 1628 geboren worden sein.
Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) sieht im angepassten Alter kein Problem für das geplante Jubiläum 2028: »Der Christkindlesmarkt sei 'ein Aushängeschild unserer Stadt und Teil unserer Identität', egal ob er 400 oder 350 Jahre alt ist.« Er zitiert den Eröffnungsspruch des Christkinds: »Mein Markt bleibt immer jung!«
Der Markt wird in diesem Jahr am 28. November eröffnet und dauert bis zum 24. Dezember.