Die Paris-1-Panthéon-Sorbonne-Universität hat am Montag trotz starker Opposition eine Erhöhung der Studiengebühren für einige Nicht-EU-Studenten beschlossen. Unter Budgetzwängen verabschiedet, schont die Maßnahme exilierte Studierende und solche aus den am wenigsten entwickelten Ländern. Lehrer und Studierende verurteilen sie als diskriminierend und unrealistisch.
Während einer Sitzung des Vorstands am Montag hat die Paris-1-Panthéon-Sorbonne-Universität abgestimmt, die Befreiung von differenzierten Studiengebühren für einige Nicht-EU-Studierende aufzuheben. Die Abstimmung ergab 18 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen, so Informationen an AFP.
Diese Entscheidung, ermöglicht durch die nationale Strategie 'Bienvenue en France', die 2019 gestartet wurde, war von Paris 1 bislang nicht umgesetzt worden. Sie betrifft Studierende aus Ländern außerhalb Europas und schließt 'exilierte Studierende' sowie solche aus den 44 am wenigsten entwickelten Ländern nach UN-Liste aus. Die Gebühren steigen nun auf 2.895 Euro für ein Bachelorstudium (zuvor 178 Euro) und 3.941 Euro für ein Masterstudium (zuvor 254 Euro), basierend auf Daten von Campus France.
Die Universität begründete den Schritt mit anhaltenden Budgetdruck vom Staat und erklärte, er sei 'widerwillig' beschlossen worden, mit der Hoffnung auf eine Überprüfung, sobald die Finanzen stabilisiert sind.
Der Widerstand ist groß. Etwa 100 Lehrer, Forscher und Mitarbeiter veröffentlichten eine Tribüne auf Afrique XXI und bezeichneten die Änderungen als 'diskriminierende Flickenteppiche' mit 'katastrophalen' Auswirkungen. Marie-Emmanuelle Pommerolle, Dozentin für Politikwissenschaft an der Paris 1 und Unterzeichnerin, nannte die Erhöhung eine 'rote Linie' und hob die Belastung für Studierende aus dem Maghreb, Afrika oder Lateinamerika hervor, die bereits Visa- und Lebenshaltungskosten tragen. 'Ihnen 4.000 Euro abzuverlangen, scheint unrealistisch', sagte sie.
Eine Versammlung von 200 Personen hatte sich in der Vorwoche dagegen ausgesprochen. Luz Duchowney, studentisches Vorstandsmitglied für den Verband Le Poing Levé, bezeichnete die Ankündigung als 'massiven Angriff' und gelobte anhaltende Mobilisierung. In einer Erklärung lehnt Le Poing Levé ab, dass die Sorbonne eine 'nationale Präferenz' bei der Studentenaufnahme einführt.