Eine Polizeoperation in Rio de Janeiro gegen das Comando Vermelho, die mindestens 121 Todesopfer forderte, hat die Debatte über die öffentliche Sicherheit zwischen Linken und Rechten neu entfacht. Rechte Gouverneure lobten die Aktion als Erfolg, während Präsident Lula sie als 'katastrophalisches Massaker' kritisierte. Beide Seiten vertreten unterschiedliche Modelle zur Bekämpfung organisierter Kriminalität.
Am 28. Oktober 2025 zielte eine Polizeoperation in den Komplexen Alemão und Penha in Rio de Janeiro auf das Comando Vermelho ab und endete mit dem Tod von mindestens 121 Personen, darunter vier Polizisten. Gouverneur Cláudio Castro, ein Verbündeter von Jair Bolsonaro, bezeichnete die Aktion als Erfolg im Kampf gegen organisierte Kriminalität, bagatellisierte zivile Todesfälle und hob nur die Verluste der Polizei hervor. Diese Haltung gewann popularen Rückhalt und politische Stärke für Castro, der Prä-Kandidat für den Senat ist.
Andere rechte Gouverneure wie Tarcísio de Freitas, Ronaldo Caiado und Romeu Zema lobten die Initiative und kündigten die Bildung des 'Consórcio do Paz' an, das darauf abzielt, der Bundesregierung entgegenzuwirken, die der Vernachlässigung in Sicherheitsfragen beschuldigt wird. Auf der Linken verzögerte Präsident Luiz Inácio Lula da Silva seine Reaktion, verurteilte die Operation jedoch als 'Massaker' und 'katastrophal' und plädierte für polizeiliche Intelligenz und Respekt vor Menschenrechten. Lula argumentierte, dass Todesfälle kein akzeptabler Kollateralschaden seien, außer bei offenen Konfrontationen.
Als Reaktion führten PT-geführte Regierungen in Bahia und Piauí Operationen gegen kriminelle Fraktionen mit unterschiedlichen Ergebnissen durch: In Bahia 37 Festnahmen und nur ein Todesopfer gegen das Comando Vermelho; in Piauí eine Aktion gegen die Infiltration des PCC in den Kraftstoffmarkt, ohne Erwähnung massiver Todesfälle. Die Debatte hebt gegensätzliche Modelle hervor: Die Rechte setzt auf tödliche Interventionen, während die Linke Effizienz ohne übermäßige Gewalt priorisiert. Trotz Behauptungen von Siegen bleiben die Kriminalitätsraten hoch, und die Sicherheit sorgt weiterhin für Besorgnis bei Wählern, laut Umfragen.
Meinungen in Medien wie Folha kritisieren die Anwendung von 'Narcoterrorismus'-Konzepten durch die Rechte, die Fraktionen ideologielos mit Terroristen gleichsetzt, und die Sicht der Linken auf Kriminalität als Klassenkampf, was von effektiven Lösungen ablenke.