Etwa 70 Neonazis von Aktivklubb Sverige marschierten samstagabends durch das Zentrum Stockholms und stießen auf scharfe Verurteilung durch Politiker. Justizminister Gunnar Strömmer bezeichnete die Ansichten als absolut verabscheuungswürdig und betonte die Notwendigkeit, gegen gewaltbereiten Extremismus vorzugehen. Oppositionsführer nannten die Veranstaltung tief un-schwedisch.
Am Abend des 29. November 2025 hielt eine Gruppe von etwa 70 Mitgliedern der gewaltbereiten Neonazi-Gruppe Aktivklubb Sverige einen Demonstrationsmarsch durch das Zentrum Stockholms ab. Die Veranstaltung war nicht genehmigt, aber die Polizei überwachte sie ohne Störungen. Die Demonstranten skandierten Parolen wie «Schweden den Schweden» und «Sieg Heil».
Justizminister Gunnar Strömmer (M) reagierte heftig: «Die Regierung betrachtet alle Formen gewaltbereiten Extremismus sehr ernst, insbesondere den, der in rechtsextremen Milieus gepflegt wird. Dies sind absolut verabscheuungswürdige Ansichten, und Gruppen, die oft als Plattformen für Radikalisierung und Gewalt dienen.» Er versteht, dass die Manifestation besonders starke Reaktionen bei Menschen mit Migrationshintergrund auslöst, und betonte: «Dass man über die Schulter schauen muss aus Angst vor Hass, Drohungen oder Gewalt nur weil man dunkle Haare oder dunkle Haut hat – wir wollen einfach keine solche Gesellschaft, und deshalb müssen die hasserfüllten und gewaltbereiten Extremisten zurückgedrängt werden.»
Strömmer wies auch darauf hin, dass die Regierung daran arbeitet, die Teilnahme an kriminellen Netzwerken zu kriminalisieren, was Organisationen wie Aktivklubb betreffen könnte. Er kritisierte die Sozialdemokraten dafür, eine frühere Verfassungsänderung blockiert zu haben.
Die Opposition reagierte ebenso heftig. S-Chefin Magdalena Andersson sagte zu Expressen: «Sie stehen da und schreien und skandieren über Schweden, aber Menschen mit politischer Gewalt zu erschrecken ist un-schwedisch. Tief un-schwedisch.» C-Chefin Elisabeth Thand Ringqvist schrieb: «Nazis auf unseren Straßen sind eine brutale Erinnerung an die Dunkelheit der Geschichte und dürfen nie normalisiert werden.»
S-Rechtspolitische Sprecherin Teresa Carvalho forderte Zusammenarbeit: «Gunnar Strömmer muss aufhören, die Schuld abzuwälzen, und anfangen, diese neuen Nazi-Aktivklubs zu verbieten.» Entwicklungsminister Benjamin Dousa (M) fügte hinzu: «Nazi-Hooligans haben in Schweden keinen Platz» und warnte vor dem Risiko neuer «Laser-Männer». Grüne Amanda Lind nannte es «erschreckend, Rassismus und Nazismus offen auf unseren Straßen zu sehen» und betonte die Notwendigkeit, die Demokratie zu verteidigen.