Ein anonymes Twitter-Konto, aktiv bis 2021 und gefüllt mit rassistischen, sexistischen und anti-abortus-Äußerungen, wurde mit Abgeordnetem Gérault Verny aus Eric Ciottis UDR-Gruppe in Verbindung gebracht. Mediapart enthüllte diese Details am 5. Dezember trotz der Ablehnung des Abgeordneten. Eine Anzeige wegen Identitätsdiebstahls wurde erstattet.
Gérault Verny, Abgeordneter aus Bouches-du-Rhône und Schlüsselfigur in Eric Ciottis Gruppe Union des droites pour la République (UDR), steht im Mittelpunkt einer Kontroverse nach der Entdeckung eines anonymen Twitter-Kontos. Aktiv bis 2021, enthielt das Konto rassistische, sexistische und anti-abortus-Beiträge. Verny ist in der Nationalversammlung bereits bekannt für seine wirtschaftlichen Vorträge an Kollegen, Verbindungen zu identitätsbezogenen Plakataktionen und Beteiligung am rechtsextremen Medium Frontières.
Die Investigativ-Seite Mediapart veröffentlichte die Enthüllungen am Freitag, den 5. Dezember, und lieferte mehrere Verbindungen zwischen Verny und dem Konto. Der Benutzername spielt auf seinen Namen und seine Holding-Gesellschaft an. Details aus dem Privatleben passen zu den Beiträgen, und die bei der Erstellung genutzte Free-E-Mail-Adresse ist mit seiner persönlichen Telefonnummer und seinem aktuellen Gmail-Konto verknüpft.
Von Mediapart befragt, bestritt der Abgeordnete jede Beteiligung. Sein Anwalt Frédéric Pichon erklärte, er habe bereits vor mehreren Wochen Strafanzeige wegen digitaler Identitätsdiebstahls erstattet, nach Anfragen eines Journalisten von France Télévisions zu demselben Konto. Weder Verny noch die UDR-Gruppe reagierten auf Anfragen von Le Monde.
Dieser Fall wirft Fragen zum Online-Anonymitätsschutz und zur Verantwortung gewählter Vertreter in Frankreichs angespannter politischer Lage auf.