Jean Forest, ein pensionierter Polizist, erfuhr diesen Sommer über eine Internetseite, dass seine Tochter Marjolaine im Vorjahr im Frühling gestorben und beerdigt worden war. Fassungslos über das Fehlen von Informationen von Behörden und Universität, klagt er administrative und gesellschaftliche Gleichgültigkeit an. Diese tragische Entdeckung beleuchtet Mängel in der Kommunikation rund um Todesfälle.
Am 12. Juni 2025, während eines Urlaubs in der Bretagne, beschließt Jean Forest, ein pensionierter Polizist, sich nach seiner Tochter Marjolaine zu erkundigen, ohne sie per Telefon zu stören. Mit 51 Jahren und als Doktorin der Literatur war Marjolaine sehr mit ihrer Arbeit an der École normale supérieure (ENS) in Lyon beschäftigt, wo sie einen Studientag zum Romantik-Zeitalter organisierte. Ledig und mit gesundheitlichen Problemen war sie dem Forschungslabor des Institut d'histoire des représentations et des idées dans les modernités (IHRIM) an der Université Lyon-II zugeordnet.
Statt Updates zu ihren Projekten stößt Jean Forest auf eine 'In memoriam'-Seite, geschmückt mit einer Chrysantheme, die den Tod seiner Tochter in einem kurzen Nachruf ankündigt. 'Niemand hat uns je angerufen', berichtet er und äußert seinen Schock. Die Familie hatte keine Benachrichtigung von den Verwaltungsbehörden oder der Universität erhalten, trotz der Beerdigung im Frühling.
Jean Forest untersuchte dann dieses Schweigen und deckte eine eklatante Informationslücke auf. Er verurteilt die Gleichgültigkeit, die seiner Familie den Halt im Trauerfall vorenthielt, und hebt Dysfunktionen in der Handhabung von Todesfällen in öffentlichen und akademischen Institutionen in Frankreich hervor.