Die RSPCA hat davor gewarnt, dass Werkzeuge der künstlichen Intelligenz keinen Ersatz für professionellen tierärztlichen Rat bei Haustieren und Pferden darstellen. Neue Umfragedaten belegen einen zunehmenden Einsatz von Chatbots bei Tierhaltern, die nach medizinischem Rat suchen.
Der Animal Kindness Index der RSPCA, der auf den Antworten von fast 7.000 Befragten basiert, ergab, dass inzwischen 10 % der Tierhalter regelmäßig KI für die Tierpflege hinzuziehen. Zu den häufigsten Anwendungen zählen die Überprüfung von Symptomen (62 %), Verhaltensratschläge (49 %) sowie Ernährungstipps (30 %).
Die stellvertretende Direktorin der RSPCA, Gemma Hope, beschrieb diesen Trend als eine potenzielle „unbeabsichtigte Zeitbombe“ für das Tierwohl. Sie betonte, dass KI keine körperlichen Untersuchungen durchführen oder schnelle Veränderungen im Gesundheitszustand eines Tieres nachverfolgen könne.
Tiermedizinische Experten schlossen sich diesen Bedenken an. Lucy Grieve von der British Equine Veterinary Association erklärte, dass KI zwar allgemeine Informationen bereitstellen könne, jedoch keinen Ersatz für eine klinische Untersuchung darstelle. Rory Cowlam, ein Tierarzt für Kleintiere, unterstrich den Unterschied zwischen professionellen klinischen Instrumenten und der Nutzung von Chatbots durch Tierhalter, um Tierarztbesuche zu vermeiden.
Die RSPCA rät Tierhaltern bei gesundheitlichen Problemen dazu, umgehend einen Tierarzt zu kontaktieren, anstatt sich auf die Antworten einer KI zu verlassen.