Zwei Tage vor der Eröffnung seines ersten Ladens im BHV Marais in Paris wird Shein von einem Skandal erschüttert, der den Verkauf pädophiler Sex-Puppen betrifft. Die französische Justiz hat Untersuchungen gegen die chinesische Plattform und andere wie AliExpress, Temu und Wish eingeleitet. Die Regierung droht mit einem Verbot des Zugriffs auf Shein, falls Verstöße wiederholt werden.
Der chinesische Fast-Fashion-Riese Shein gerät in eine große Kontroverse kurz vor der Eröffnung seines ersten stationären Geschäfts im BHV Marais, geplant für Mittwoch um 13 Uhr. Die Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) entdeckte am 30. Oktober Werbeanzeigen für Sex-Puppen mit kindlichen Merkmalen auf der Plattform, die als Masturbationsspielzeuge mit einer 'echten Vagina' und 'Anus' beschrieben wurden. Diese Produkte, die für 80,99 bis 186,94 Euro verkauft wurden, waren ohne effektive Filter für Minderjährige zugänglich, mit nur einer einfachen Altersfrage.
Die Pariser Staatsanwaltschaft eröffnete am Montag vier Ermittlungen, die der Abteilung für Minderjährige (Ofmin) zugewiesen wurden, bezüglich der Verbreitung pornografischer Inhalte, die für Minderjährige zugänglich sind, für Shein, AliExpress, Temu und Wish, sowie der pornografischen Darstellung eines Minderjährigen für Shein und AliExpress. Die DGCCRF meldete ähnliche Produkte auf AliExpress sowie unfilterte pornografische Inhalte auf Temu und Wish. Strafen umfassen bis zu 7 Jahren Gefängnis und 100.000 Euro Bußgeld für schwere Vergehen.
Shein reagierte, indem es diese Produkte sofort entfernte und ein 'totales Verbot von Sex-Puppen-ähnlichen Produkten' einführte, während es vorübergehend seine Kategorie 'Produkte für Erwachsene' deindexierte. Der Handelsminister Roland Lescure warnte: 'Falls diese Verhaltensweisen wiederholt werden, haben wir das Recht, und ich werde es beantragen, den Zugriff auf die Shein-Plattform in Frankreich zu verbieten.' Die Hohe Kommissarin für Kindheit Sarah El Haïry bezeichnet Käufer als 'sexuelle Prädatoren' und fordert soziale Untersuchungen in ihren Haushalten, um Kinder zu schützen, und weist darauf hin, dass 70 % der sexuellen Gewalt intrafamiliär ist.
Trotz des Sturms hält der BHV-Chef Frédéric Merlin über Instagram stand: 'Ich habe mich entschieden, meine Entscheidung nicht rückgängig zu machen, trotz der Kontroverse und des Drucks. Weil wir die Dinge regelkonform, ethisch und transparent angehen.' Er verurteilt die Vorfälle und wartet auf Sheins Reaktionen, wobei er angibt, dass die Operation erneuert wird, wenn sie erfolgreich ist. Marken protestieren und verlassen BHV, stellen aber nur 0,2 % des Umsatzes dar. Shein wird in fünfzehn Tagen vor Abgeordnete zitiert, um seine Kontrollen zu erklären.