Das Drama „Mr. Nelson, Did You Kill People?“ von Shinya Tsukamoto, das die Qualen eines Vietnamkriegsveteranen thematisiert, kommt in die japanischen Kinos. Der Film vervollständigt die informelle Trilogie des Regisseurs über Kriegsgeschichten des 20. Jahrhunderts, nach „Fires on the Plain“ und „Shadow of Fire“. Die Ankündigung erfolgte am National Vietnam War Veterans Day, dem 29. März.
Der japanische Regisseur Shinya Tsukamoto hat den Kinostart seines neuesten Films „Mr. Nelson, Did You Kill People?“ in Japan angekündigt, an dem er sieben Jahre lang gearbeitet hat. Das Projekt basiert auf den wahren Erlebnissen von Allen Nelson, einem afroamerikanischen Vietnamkriegsveteranen, der in ganz Japan mehr als 1.200 Vorträge über seine Kriegserlebnisse und inneren Kämpfe hielt. Tsukamoto beschrieb die psychologische Tiefe der Geschichte als „die Wunden derer, die den Krieg begangen haben“. Er stieß erstmals während der Recherche für „Fires on the Plain“, der bei den 71. Internationalen Filmfestspielen von Venedig im Wettbewerb lief, auf Nelsons Sachbuch und sagte, der Prozess habe sich aufgrund seiner Düsternis wie ein „siebenjähriges Tauziehen“ angefühlt. „In der heutigen Welt, in der an verschiedenen Orten Konflikte toben, spüre ich diese Realität akuter denn je“, erklärte Tsukamoto. Der Film zeichnet Nelsons Weg nach: von einer von Armut geprägten Kindheit in New York über den Eintritt ins Marine Corps mit 18 Jahren, um der Diskriminierung zu entfliehen, die Ausbildung im Camp Hansen auf Okinawa bis hin zum Dienst an der Front in Vietnam von 1966 bis zu seiner Rückkehr fünf Jahre später. Geplagt von Schlaflosigkeit, Angst und zerbrochenen familiären Bindungen wurde er obdachlos, bis der VA-Arzt Dr. Daniels eingriff. Rodney Hicks, bekannt aus dem Broadway-Stück „Rent“ und der Netflix-Serie „Forever“, spielt die Rolle des Nelson. Der Oscar-, Emmy- und Tony-Preisträger Geoffrey Rush spielt Dr. Daniels; zu seinen Credits zählen „Shine“, „The King’s Speech“ und die „Pirates of the Caribbean“-Reihe. Tatyana Ali, bekannt aus „The Fresh Prince of Bel-Air“ und „Abbott Elementary“, stellt Nelsons Ehefrau Linda dar. Mark Merphy gibt in Rückblenden als junger Nelson sein Filmdebüt. Die Dreharbeiten fanden in den USA, Thailand, Vietnam und Japan statt. Die Kinoshita Group und Kino Films produzieren und vertreiben den Film in Japan. Zu Tsukamotos früheren Werken gehören der Body-Horror-Klassiker „Tetsuo: The Iron Man“ (1989) und das in Venedig gezeigte Samurai-Drama „Killing“ (2018).