Der schwedische Schauspieler Stellan Skarsgård erhielt seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller im norwegischen Drama Sentimental Value von Joachim Trier. In einem Variety-Interview reflektiert er über die unerwarteten neun Oscar-Nominierungen des Films nach einem Ignorieren bei den SAG Awards. Skarsgård teilt Einblicke in seine Karriere, Kollaborationen mit Lars von Trier und Robin Williams sowie Bedenken zur KI im Kino.
Stellan Skarsgård, ein Veteran mit über 50 Jahren Film und mehr als 200 Produktionen, erhielt seine erste Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller für seine Rolle als Gustav Borg in Sentimental Value. Unter der Regie von Joachim Trier erforscht das norwegischsprachige Drama zerbrochene Familienbande, wobei Skarsgård einen Filmregisseur und Vater an der Seite von Renate Reinsve, Inga Ibsdotter Lilleaas und Elle Fanning verkörpert. Der Film sicherte sich neun Oscar-Nominierungen, einen krassen Kontrast zu seiner vollständigen Ausblendung bei den SAG Awards. nn„Wir wurden bei den SAG Awards ignoriert, und plötzlich bekamen wir neun Nominierungen“, sagte Skarsgård. „Das ist besser.“ Er beschrieb die Rolle als potenziell eine der besten seiner Karriere und lobte Triers Regie dafür, eine volle Entfaltung zu ermöglichen. „Es ist nicht nur die Rolle, wie sie auf dem Papier steht. Sie wurde zu dem, was sie ist, durch Joachims Art, mir meinen Job so voll wie möglich machen zu lassen“, erklärte er. nnSkarsgård hob den Fokus des Films auf unausgesprochene Elemente hervor: „So viel von diesem Film geht um das, was nicht auf der Leinwand ist – was nicht im Dialog, nicht im Drehbuch steht. Es ist alles Atmosphäre, all unsere Erinnerungen und Persönlichkeiten. Joachim holt das aus uns heraus und spielt damit.“ nnBei Reflexionen über Einflüsse erinnerte er sich an Kindheitsvorführungen von Filmen wie Marcel Carnés Die Kinder des Olymp, die sein Interesse an der Erfassung menschlicher Fassaden weckten. Er sprach über frühe Zusammenarbeiten mit Lars von Trier an Filmen wie Breaking the Waves, Dancer in the Dark, Dogville und Melancholia und notierte von Triers Entwicklung hin zu ermutigender Improvisation: „Auf dem Set von Breaking the Waves hatte er überall Schilder mit ‘Make mistakes’.“ Skarsgård zog Parallelen zwischen von Trier und Trier bei der Befreiung der Schauspieleremotionen. nnBei Good Will Hunting erinnerte er sich an die Arbeit mit Gus Van Sant und Robin Williams, lobte Vans Sant’s ungeschnittene Szenen und Williams’ improvisatorische Energie: „Robin war überall, natürlich, weil er nicht aufhören konnte zu improvisieren und verrückte Dinge zu machen.“ nnSkarsgård lobte seine Mitspieler in Sentimental Value, nannte Reinsve ein „außergewöhnliches Talent“ und hob Fannings anspruchsvolle Darstellung hervor. Zum Zukunft des Kinos betonte er menschliche Neugier: „Seit Tausenden von Jahren interessieren sich die Menschen sehr für Menschen. Diese Neugier wird uns nie verlassen.“ Er sah KI als nachrangig gegenüber Kapitalkonzentration: „KI ist nichts ohne die Männer dahinter. KI gehört den Tech-Baronen, die direkt hinter der Macht stehen.“ nnEr erwähnte die Hoffnung auf eine gemeinsame Nominierung mit Sohn Alexander für Pillion und schätzte die Set-Kollaborationen nach fünf Jahrzehnten in der Branche.