Schweden-Demokraten kritisieren SVT in Agenda

Die Schweden-Demokraten haben SVT im Programm Agenda scharf kritisiert und wollen die Führung des Senders wegen vermuteter Voreingenommenheit vor das Kulturkomitee laden. SVT-Geschäftsführerin Anne Lagercrantz weist die Kritik als problematisch zurück und betont die Unparteilichkeit des Unternehmens. Der Vorschlag für eine Ausschussanhörung wurde von den anderen Parteien abgelehnt.

Im beliebten Nachrichtenprogramm Agenda äußerte der Kulturspezialist der Schweden-Demokraten Alexander Christiansson Besorgnis über eine wachsende Kluft im Vertrauen in den öffentlichen Dienst, insbesondere unter rechtsgerichteten Wählern. Er bezeichnete es als langfristiges demokratisches Problem und forderte SVT auf, der Kritik bescheiden zu begegnen, anstatt das Misstrauen der Wähler gegenüber Institutionen zu bemängeln.

Die Kritik an SVT hat sich nach mehreren Vorfällen verstärkt. Ein Beitrag mit Ausschnitten aus der Rede von Donald Trump am 6. Januar 2021 war stark geschnitten und ließ einen Aufruf zu friedlichen Demonstrationen aus, was an die kontroverse Bearbeitung der BBC erinnerte. SVT ersetzte das Video durch eine Version, die die Schnitte klar kennzeichnet, und passte den Text nach Beschwerden an. Anne Lagercrantz erklärte, es habe sich um einen Trailer für eine Dokumentation gehandelt, nicht um einen irreführenden Clip, und SVT habe schnell reagiert.

Weitere Kritik richtete sich gegen einen KI-generierten Videoclip in Agenda, der als authentisch präsentiert wurde, den man als bedauerlichen Fehler bezeichnete. Lagercrantz nannte es peinlich, merkte aber an, dass das Redaktionsteam transparent damit umgegangen sei. Ein weiteres Problem war der Auftritt des Autors David Lagercrantz, des Ehemanns von Lagercrantz, im Programm Semester med Garplind. Sie versteht die Reaktionen, betont jedoch, dass sie nicht über den Programminhalt entscheidet.

Christiansson bezeichnete die Ereignisse als systemisches Versagen und wollte die SVT-Führung vor das Kulturkomitee laden, um die Unparteilichkeit vor der Wahlkampagne zu prüfen. Lagercrantz warnte, dass dies politische Anhörungen der Medien bedeuten würde. Der Vorschlag wurde am 30. November 2025 im Ausschuss ohne Unterstützung anderer Parteien abgestimmt.

Lagercrantz betonte, dass das Vertrauen in SVT unter rechtsgerichteten Wählern höher ist als in andere Medien, trotz allgemein rückläufigem Vertrauen in Institutionen. Sie beruft sich auf unabhängige Prüfungen, die die Unparteilichkeit von SVT bestätigen.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen